Folge 4
Content-Marketing wird sich 2026 radikal ändern – so bereitest du dein Unternehmen vor!
Du möchtest 2026 marketingtechnisch richtig durchstarten, hörst aber von allen Seiten neue Trends, neue Tools und neue Versprechen? In dieser Folge von Waldgeplauder schauen wir uns genau das an: Welche Marketing-Trends für 2026 wirklich relevant sind – und welche du getrost ignorieren kannst .
Gemeinsam analysieren wir eine Liste von Marketing-Trends, die uns eine KI für 2026 ausgespielt hat, und ordnen sie aus der Praxis ein. Wir sprechen darüber, wie KI im Marketing sinnvoll eingesetzt werden kann, wo ihre Grenzen liegen und warum Echtheit, Vertrauen und menschlicher Content in Zukunft noch wichtiger werden. Gerade weil KI-Content immer präsenter wird, stellt sich die Frage: Was hebt Unternehmen wirklich noch von der Masse ab?
Ein zentrales Thema der Folge ist Mehrwert statt Werbung. Wir diskutieren, warum viele vermeintliche Mehrwert-Formate in Wahrheit nur Werbung sind und weshalb Unternehmen heute stärker denn je verstehen müssen, welchen echten Nutzen sie ihrer Zielgruppe bieten. Gleichzeitig sprechen wir darüber, wie sich die Definition von Mehrwert verändert hat und warum reine Grundlagen-Inhalte nicht mehr ausreichen, um Vertrauen aufzubauen.
Außerdem geht es um Personalisierung im Marketing – und warum zu viel davon schnell unangenehm wirken kann. Wir teilen unsere Erfahrungen aus der Praxis, sprechen über Datenschutz-Sensibilität, Customer Experience und darüber, warum oft schon kleine Optimierungen im Nutzererlebnis mehr bringen als komplexe Hyper-Personalisierung.
Weitere Schwerpunkte der Folge sind:
- Warum Video auch 2026 das wichtigste Content-Format bleibt
- Welche Rolle Branding und Markenaufbau in Zeiten von KI-Suche und Generative AI spielen
- Warum Community wichtiger wird als reine Reichweite – online wie offline
- Weshalb Strategie wichtiger ist als spontane Einzelaktionen, ohne dabei die Dynamik zu verlieren
Diese Folge ist für dich, wenn du Marketing strategisch denkst, mit KI arbeitest oder arbeiten willst und verstehen möchtest, wie du 2026 sichtbar bleibst, Vertrauen aufbaust und dich klar vom Wettbewerb abhebst. Keine Buzzwords, kein Trend-Hype – sondern eine ehrliche Einordnung aus der Praxis.
Das Transkript der Folge
Natascha:
Du möchtest 2026 mit deinem Unternehmen marketingtechnisch so richtig durchstarten und hörst grade von allen Seiten, mach dieses Jahr unbedingt dies oder das. Wir haben uns in dieser Folge für dich die wichtigsten Marketingtrends angeschaut und zeigen dir, was davon wirklich relevant ist.
Lukas:
Herzlich willkommen zur Folge 4 von Waldgeplauder. Und damit wir da nicht so voreingenommen sind, was so wir an Trends denken, was so passiert, haben wir einfach mal ganz modern die KI gefragt, dass sie uns mal so die Trends für nächstes Jahr sagen soll. Und ich würde sagen, wir schauen uns mal an, ob die Trends unserer Meinung nach sinnvoll sind oder stimmen oder ob man vielleicht den einen oder anderen vermeintlichen Trend vielleicht noch ein bisschen hinten anschieben kann oder hinten anstellen kann. Natascha, was denkst du denn? ChatGPT hat uns jetzt vorgeschlagen als Trend, man soll KI nutzen, aber nur für möglichst einfache Aufgaben. Sagst du, ja stimmt oder man kann KI nutzen für richtig deep dive komplizierte Themen?
Natascha:
Ja, ich finde es spannend, dass hier ChatGPT selber gesagt hat, aber bitte nutzt mich nur für einfache Aufgaben. Ich würde sagen, es ist natürlich jetzt auch die Frage stellen, was ist eine einfache Aufgabe? Ich finde es gibt durchaus auch komplexe Fragestellungen, wo KI eine große Unterstützung sein kann, gerade wenn es um Organisation von Daten geht oder Analyse von großen Datenmengen. Natürlich mit Einschränkungen, ganz klar. KI ist auf jeden Fall ein Trendthema, es war es dieses Jahr schon und es wird es auch nächstes Jahr bleiben. Wir haben ja auch in unserer letzten Folge ausführlich dazu gesprochen. Deswegen an der Stelle der Hinweis, wenn dich vor allem das Thema KI-Content-Generierung interessiert, dann hör dir mal die vorherige Folge an. Gerade wenn wir jetzt aber beim Thema KI sind und auch das hatten wir in den vorherigen Folgen manchmal schon so durchblicken lassen und auch spannend, dass uns ChatGPT das direkt als Position 2, als Trend 2 für 2026 generiert hat, Echtheit schlägt Perfektion. Was sind deine Gedanken dazu?
Lukas:
Ja, bin ich voll dabei bei ChatGPT, weil ich glaube, das wird echt mit zunehmendem KI-Content und auch, dass die Leute dahinterkommen und checken, dass es irgendwas KI-generiert ist, weil da immer mehr das Verständnis, glaube ich, auch dazu wächst. Das ist einfach vertrauensaufbaumäßig, einfach unglaublich wichtig wird, dass die Leute da echten Content machen und nicht einfach nur das nachplappern, was alle KIs, sag ich mal, ausspucken zu irgendwelchen Themen. Das wird wahrscheinlich noch nicht so wahrscheinlich erst Richtung Ende des Jahres, weil ich denke da ist immer noch so ein großer Hype da, dass alle ihren Content rausfahren, zack, zack, zack. Aber je mehr davon entsteht, desto hoffe ich mal, dass die Menschheit nicht ganz so abtrünnig ist und dass es dann wieder hinzugeht, dass man sich eher Sachen anschaut von echten Menschen. Sehr gut, dann kommen wir gleich zum nächsten Trend, den ich auch sehr spannend finde. Interessiere mich deine Meinung. Thema Werbung und Nutzen. Also, dass man hingeht und sagt, man macht weniger Werbung und dafür gibt man mehr Mehrwert an die Leute.
Natascha:
Also, ich glaube, dass gerade generell diese Strömung hin zu diesem Mehrwertthema, die hat so ein Für und Wider, finde ich. Also, weil was ich manchmal ganz schrecklich finde, ist halt, wenn wir zum Beispiel LinkedIn betrachten, dann hast du irgendwie, keine Ahnung, jemand sagt hier irgendwie Whitepaper mit 10 Prompts, das hat ultra viel Mehrwert und jetzt kommentiere, blablabla. Und da frage ich mich dann, okay, hat das wirklich Mehrwert? Vor allem, also, passiert danach damit was? Oder ist das gerade einfach nur Werbung? Und ich glaube, in vielen Fällen ist es tatsächlich nur Werbung, die halt einfach, ich sage mal, menschliche Urinstinkte triggert. Ich finde aber tatsächlich den Fokus, dass wir mittlerweile uns mehr Gedanken machen müssen, auch über einen tatsächlichen Nutzen und den auch kommunizieren müssen, finde ich eine sehr schöne Entwicklung. Weil wir haben es mittlerweile einfach mit einem recht satten Markt zu tun. Also, es gibt bestimmt Branchen, die nicht ganz so satte Märkte haben, aber gerade bei unseren Kunden können wir das beobachten. Da gibt es viel Wettbewerb und alle machen Werbung. Und es geht wirklich darum zu schauen, wie hebt man sich noch ab und welche Nutzenversprechen funktionieren dann für die Zielgruppe auch tatsächlich, die wir dann natürlich auch in der Werbung nutzen können, aber die auch darüber hinaus Bestand haben und dann so eine Zusammenarbeit bestimmen. Deswegen, ich glaube ja, das wird definitiv weiter Thema werden und noch stärker werden, dass sich Unternehmen abheben müssen. Und es hängt ja auch so ein bisschen mit dem vorher zusammen, dass sowohl die KI-Nutzung als auch das Thema mehr echt als glattgebügelt. Dieses Menschliche, also, ja, die direkte Kooperation zwischen Menschen mit all ihren Stärken und Schwächen, die gehört für mich auch da dazu. Allein schon in der Interaktion mit anderen Menschen, wenn die sehr ehrlich und wertschätzend abläuft, liegt ja auch wieder ein Nutzen, den zum Beispiel jetzt halt eine KI nicht leisten kann.
Lukas:
Ja, ich denke auch, dass man einfach, dass die Definition von Mehrwert einfach sich weiterentwickelt und dass man nicht einfach sagen kann, wie vor zehn Jahren bei YouTube, ich mache ein Video zu irgendeinem Thema und gebe die Definition als Mehrwert in dem Video, sondern dass wir über diesen Punkt schon weit darüber hinaus sind und dass man dann deutlich noch mehr an Mehrwert bieten muss, um aus der Masse herausstechen zu können und auch Vertrauen dann aufzubauen.
Natascha:
Ja, definitiv. Und das ist ja auch, da legt ja auch sozusagen die KI so ein bisschen den Maßstab an uns, weil gerade diese ganzen Basic-Themen, die sind halt da jetzt einfach durch Generierung super einfach abgedeckt und ein Punkt, wo wir uns halt davon abheben können, ist halt, wenn wir ganz krass in die Nutzengenerierung für unsere Kunden gehen und eben Sachen liefern, die halt eine KI so nicht liefern kann. Vor allem ohne die Kombination mit auch der entsprechende Fachexpertise.
Lukas:
Ja, voll.
Natascha:
Wie stehst du denn zu dem Thema Personalisierung? Auch das hat uns ChatGPT als Punkt 4 auf der Trendliste genannt. Wie wichtig ist Personalisierung im Marketing?
Lukas:
Ich glaube sehr wichtig, aber bis zu einer bestimmten Grenze, sage ich mal. Ich glaube, wir sind über die letzten Jahre, ist die Menschheit sehr sensibel geworden, was ihre persönlichen Daten angeht. Und ich glaube, wenn man Sachen zu sehr personalisiert, dass die Leute es dann eher creepy finden, statt, oh ja, der denkt an mich, sage ich jetzt mal, oder der macht irgendwas Persönliches für mich, sondern ich glaube, da braucht man so ein gewisses Mittelmaß oder auch so ein bisschen so ein Verständnis für, okay, wie viel nehmen wir die Leute ab, dass es noch ernst gemeint personalisiert ist, sage ich jetzt mal. Dass man eben kaum die Weihnachtskarte oder so, keine Ahnung, dass man da vielleicht jetzt noch den Namen hinschreibt und so. Aber wenn man, sage ich mal, irgendwie 10 Kunden hat oder der Kunde weiß, jemand hat 10 Kunden, dann kann man vielleicht eine höhere Personalisierung erwarten, wie wenn jetzt jemand 1000 Kunden hat. Und man, also jetzt Beispiel Weihnachtskarte, ich nehme jetzt mal an, ich habe 10 Kunden oder so, dann kann ich mir die Zeit nehmen und ihm was Persönliches schreiben, vielleicht so wie die Statistiken dieses Jahr waren oder wie auch immer. Und meine Kunden wissen, dass ich nicht 1000 Kunden habe. Und dann nehmen die mir das ab, dass ich mir echt die Zeit genommen habe und jetzt nicht, ist einfach nur hingerotzt habe, sage ich jetzt mal, übertrieben gesagt. Wenn jetzt meine Kunden wüssten, ich habe 1000 Kunden und sie würden trotzdem sowas Personalisiertes bekommen, dann wäre wahrscheinlich schon eher so dieser Gedanke da. Wie hat er das gemacht? Meint er das wirklich ernst? So sehr kann ich ihm gar nicht am Herzen liegen, sage ich jetzt mal, dass man sich da so eine Mühe macht. Und ich glaube so ein Verständnis wird bei den Leuten immer mehr wachsen, dass man so diese authentische Personalisierung braucht und nicht einfach nur das Hingeklatschte.
Natascha:
Ja, ich höre da auch immer ganz viele natürlich sehr coole Vorhaben und Theorien auch, also wo es dann auch zum Beispiel um dynamische Landingpage-Individualisierung geht, wo man dann Kunden nochmal anders ansprechen kann auf Basis von deren Webhistorie oder auf Basis von deren Zugehörigkeit zu einer Zielgruppe oder sowas. Und ich finde, das klingt immer alles mega cool und fancy, aber ganz oft scheitert die Personalisierung halt schon viele, viele Schritte vorher, nämlich dass halt das Zielgruppenbild gar nicht so klar ist. Oder zum Beispiel, was mich immer wahnsinnig stresst, ist, wenn ich irgendwo gerade in einem Onlineshop eingekauft habe und dann bekomme ich danach immer noch Displayanzeigen und ich denke mir, ey, macht doch einfach für eure ganzen Ads ein Exclude auf Leute, die auf eurer Checkout-Page waren und penetriert mich jetzt nicht weiterhin mit diesen ganzen Displayanzeigen, weil ich habe gerade gekauft, ich werde nicht mehr kaufen. Also es gibt noch so viele kleine Stellschrauben, wo man das Kundenerlebnis spannender, entspannter oder auch einfach schöner machen kann, bevor man jetzt in diese Hyperindividualisierung reingeht, die dann ja auch wirklich mit riesigem Aufwand kommt.
Lukas:
Und ich glaube, da denken sich die Leute auch dann auch immer, inzwischen, okay, woher kommen die Daten jetzt her, dass die jetzt schon wieder wissen, dass ich auf dem einen Shop was einkaufen wollte, so nach dem Motto. Und ich denke, wenn man es dazu übertreibt, dann kann es eher nach hinten losgehen. Ja. Nächster Trend, Videos bleiben König. Ich glaube, ich muss dazu viel nicht sagen, ich bin da voll dabei. Aber da würde mich deine Meinung interessieren, gerade zu Thema Webseiten, ob da Videos König sind und bleiben.
Natascha:
Also wir beobachten mittlerweile ganz häufig, dass gerade Videocontent halt auch eine gute Methode ist, um zum Beispiel in GPT und Co. irgendwie nochmal Branding zu machen, weil die Videos werden da oft tatsächlich halt nativ dann eingebunden und sind auch von da abspielbar, was dann halt, ja, ich sag mal, eher mal im Kopf hängen bleibt als irgendwie eine Textquelle, die sich vermutlich die meisten Menschen eh nicht anschauen. Das heißt, gerade wenn wir jetzt langfristig denken und sagen, wir wollen halt auch Sichtbarkeit in Generative AI aufbauen, dann ist Video auf jeden Fall ein extrem wichtiges Medium. Deswegen ja, stimme ich zu, Video wird 2026 noch mehr an Bedeutung gewinnen.
Lukas:
Okay, da bin ich froh, dass wir da einer Meinung sind.
Natascha:
Ich wollte noch sagen, ich vermute, von dir kommt keine Gegenhypothese dazu.
Lukas:
Nee, also bei mir ist es voll on Video, das Wichtigste für nächstes Jahr. Und dann kann man sich entscheiden, was für eine Art von Video will man machen. Aber gerade mit Video-Generierung und allem Möglichen kommt man da eigentlich nicht mehr, nicht mehr drumherum. Also Bilder reichen schon lange nicht mehr.
Natascha:
Ja, unser Ansatz ist halt gerade vor allem das Thema Multimedia zu arbeiten, weil für die Webseite reicht auch nur Video wiederum nicht. Also da braucht es dann auch noch Text und Grafik, aber das ist einfach was, was super gut auf Video aufgebaut werden kann. Darüber sprechen wir sicher dann auch noch in einer anderen Folge. Jetzt aber zum nächsten Trend. Community statt Reichweite. Wie wichtig werden Communities im nächsten Jahr?
Lukas:
Ich glaube, das hat man dieses Jahr auch schon ganz gut gesehen. Und da stimme ich ChatGPT hier auch wieder voll zu. Also wir waren in den letzten Jahren immer so, okay, mein Video muss viral gehen und 10.000, 100.000 Millionen von Aufrufen und alles, was zählt, sind Aufrufzahlen und wie auch immer. Aber dieses Jahr bewegt sich so ein bisschen, also bewegt sich so in zwei Richtungen. Also einmal kann man sagen eigentlich, es geht weg von den Communities, aber es geht auch hin zu Communities. Weil so dieser Algorithmus auf Instagram und so weiter geht prinzipiell ein bisschen weg von Communities, was so Followeranzahl angeht. Also dass Follower eigentlich nicht mehr so die relevante Metrics sind, die man so auf dem Instagram-Profil hat, weil merkt man selber, wenn man bei Instagram durchscrollt und geht auf die anderen Plattformen genauso. Dann ist der Content sehr, also wird einem nicht Content ausgespielt von Leuten, denen man folgt, sondern Interessen, die man hat. Und dementsprechend ist initialmäßig erstmal darauf zu gehen, okay, wie kann ich jetzt möglichst viel Reichweite haben, klar. Aber eigentlich, dass viel wertvoller ist, die Leute, die zwar ganze Zeit Doom scrollen, trotzdem irgendwo abzuholen und in die Community reinzuholen. Also die Herausforderung, die Leute in die Community reinzuholen, ist deutlich gestiegen. Aber ich denke, es ist deutlich wertvoller, das Ganze hinzubekommen, wenn man die Leute von diesem, ich scrolle einfach nur durch und guck, was der Algorithmus mir vorschlägt hinzubekommen. Okay, ich bin jetzt Teil der Community und suche mir gezielt den Creator raus und konsumiere den Inhalt von diesem Creator oder von diesem Unternehmen gezielt. Dementsprechend kann man so in zwei Richtungen betrachten.
Natascha:
Ja, was ich da auch noch ganz spannend finde, ist die Offline-Perspektive auf das Thema, weil das war etwas, was ich 2025 extrem auffällig fand, dass sich wieder ganz, ganz viele Offline-Communities gebildet haben. Also sei das jetzt irgendwelche Run-Clubs oder Breakfast-Clubs oder Lese-Clubs. Also es gibt gefühlt mittlerweile für alles irgendwie einen Club. Und das finde ich, also das ist tatsächlich eine sehr coole Sache, weil so ja auch wieder Kontakte ab von Social Media zustande kommen und auch wieder vielleicht ein Stück weit echter werden. Und ich finde, das ist auch eine große Chance für Unternehmen tatsächlich mehr in diesen persönlichen Kontakten zu arbeiten. Denn nur als Beispiel, Lukas, wir machen ja auch zusammen die Forward Freiburg, eine Marketingveranstaltung in Freiburg, die wird jetzt 2026 wieder im März stattfinden, kleiner Werbeblock an dieser Stelle. Und da geht es ja auch genau darum, dass wir endlich mal halt in den persönlichen Austausch mit unseren Kunden, mit befreundeten Unternehmen und so weiter kommen, weil halt mittlerweile ganz viel ja so rein digital und dadurch auch auf eine gewisse Distanz stattfindet. Und diese Offline-Communities, die bieten halt nochmal eine andere Möglichkeit der Vernetzung und damit auch der Emotionalität. Und das ist tatsächlich was, wo ich hoffe, dass das weiter genau in diese Richtung geht, weil mir das persönlich Riesenspaß macht.
Lukas:
Ja, bin ich voll dabei. Also dieses Persönliche, oder dieses in echt Menschen sehen und nicht die ganze Zeit nur bei Instagram durchscrollen, tut hoffentlich wieder ein größerer Trend werden. Und hat man jetzt auch, also letztes Jahr waren auch gefühlt so ganz viele so Marketingveranstaltungen, ähnlich wie wir jetzt unsere Forward Freiburg haben. Also ist mir dieses Jahr 2025 deutlich mehr aufgefallen, dass es da deutlich mehr so Events gibt.
Natascha:
Ja, wird bestimmt noch mehr. Okay, unser letzter Trend. Nee, vorletzter. Einheitliches Markenerlebnis. Also von Logo bis zur E-Mail-Signatur, schreibt hier ChatGPT, ist eine Wiedererkennbarkeit wichtig. Was sagst du dazu?
Lukas:
Würde ich sagen, jein. Also ich glaube, dieses steife Markenbild, wie es letzten Jahre so war, braucht man glaube ich gar nicht mehr so unbedingt, sondern ich glaube, da ist es wichtiger, sag ich mal, vielleicht so ein bisschen unperfekt darin, Content zu machen, wo vielleicht auch mal so ein bisschen aus dieser Schiene rausgeht, der dann nicht gebrandet ist. Und das gibt einem dann die Möglichkeit auch deutlich mehr zu experimentieren. Also dass man sich nicht so auf dieses Markenbild fokussieren muss und das alles gleich aussehen muss, sondern man hat die Möglichkeit, okay, ich versuche jetzt mal unterschiedliche Sachen aus. Also gerade in Amerika merkt man das jetzt ganz krass bei größeren Unternehmen und, sag ich mal, so Medienhäusern, die nicht einfach nur ihren eigenen Brand-Account haben und alles schön gebrandet raushauen, sondern die haben dann verschiedene Unter-Accounts, wo sie ganz viele verschiedene Sachen ausprobieren, die dann zwar vom Funnel her wieder zu dieser Übermarke führen, aber einfach verschiedene Zielgruppen oder verschiedene Nutzergruppen mit verschiedenen visuellen Inhalten abholen und dadurch dann sehr erfolgreich sind. Dementsprechend, würde ich sagen, muss man sich nicht so darauf versteifen, so eine gewisse Grundbasis, dass vielleicht die Signatur das Logo beinhalten sollte bei einer E-Mail oder so. Ja, klar. Aber so contenttechnisch, würde ich sagen, muss man sich nicht so sehr darauf versteifen.
Natascha:
Ich finde das gerade mega spannend, dass du Brand auch so mit Perfektion gleichsetzt, weil das ist zum Beispiel eine Perspektive, also die ist bei uns gar nicht. Wir schauen da gerade eher aus dem Thema auch wieder natürlich viel Generative AI und Suche drauf und da ist tatsächlich so, dass Marke einer der relevantesten Faktoren für Sichtbarkeit ist und dass wir deswegen gerade auch immer empfehlen, viel Fokus auf den Markenaufbau zu legen. Und der muss definitiv nicht perfekt sein, aber es geht auf jeden Fall darum, Bekanntheit für die eigene Marke zu generieren. Und ich glaube, das ist auch so das, was du ja mit deinem Beispiel gerade gesagt hast, dass es auf unterschiedliche Wege funktionieren kann und dass es nicht perfekt sein muss, aber dass auf jeden Fall die Marke, also dass die Brandsichtbarkeit eine der wichtigsten Marketingziele in den nächsten Jahren sein wird. Und das glaube ich definitiv.
Lukas:
Ja, da bin ich voll bei dir. Also was Brand angeht und auch Personal Branding und so, wird riesig werden. Aber eben, meiner Meinung nach jetzt nicht mehr so mit diesen perfekten Guidelines, die man klar als Grundlage schon braucht, aber jetzt nicht immer sich so drauf versteifen muss.
Natascha:
Ja, wir dürfen definitiv lockerer werden alle, glaube ich. Das schadet nicht. Okay, hier ist unser letzter Punkt. Strategie schlägt Spontanaktionen. Ich weiß nicht, ob wir uns da komplett einig werden, wobei meine eigene Meinung auch ein bisschen ambivalent ist, aber erzähl erst mal deine.
Lukas:
Ich glaube, so vom Gefühl sind wir uns nicht so ganz einig. Wir hatten ja schon mal in der ersten Folge oder zweiten Folge drüber gesprochen, dass ich eher so ein der Typ bin, okay, mal loslegen und dann gucken, okay, wie können wir die Strategie anpassen, damit es funktioniert. Weil ich häufig das Gefühl habe, dass man gerade, wenn es jetzt darum geht, Videos zu produzieren, dass man sich so verhängt in diesem, okay, alles muss perfekt sein. Ich brauche das perfekte Licht, ich brauche die perfekte Kamera. Das Skript muss perfekt sein, sonst kann ich es gar nicht erst aufnehmen, so nach dem Motto. Und ich bin eher der Meinung so, wir legen jetzt einfach mal los, gucken, was funktioniert, was funktioniert nicht und dann kann man die Strategie noch ein bisschen mehr anpassen. Klar, man braucht so eine gewisse Grundstrategie, weil man kann jetzt nicht, wenn man Häuser verkauft, Videos über Autos machen, logisch.
Natascha:
Schönes Beispiel.
Lukas:
Aber so dieses Anfangen und dann mit dem Workflow gucken, okay, wie kann man das optimieren, finde ich immer ganz wichtig, bevor man gar nicht anfängt. Ich glaube, ihr geht ein bisschen strategischer, wenn ich es so richtig im Kopf habe.
Natascha:
Ja, also es ist auch nicht so, dass bei uns Strategie über allem steht, sie ist aber schon die Voraussetzung. Also es müssen halt ein paar grundlegende Fragen, zumindest für die Arbeit, die wir halt an der Webseite machen, geklärt sein, dass wir das auch zielgerichtet machen können. Ich glaube, da unterscheiden sich unsere Disziplinen auch tatsächlich ein kleines bisschen, weil wenn du jetzt sagst, okay, hier perfektes Licht ist beim ersten Mal nicht schlimm, wenn das nicht sitzt, bei uns geht es aber dann ja quasi in der Strategie drum, welche Content-Themen bespielen wir, welche Suchen bespielen wir, wie sieht jetzt zum Beispiel bei dem Relaunch das Look and Feel aus. Und wenn halt an diesen Themen gespart wird, dann sorgt es dafür, dass wir im Endeffekt ganz, ganz viel Doppelarbeiten zum späteren Zeitpunkt haben, von denen weder wir noch unsere Kunden dann irgendwie Fans sind. Deswegen hat bei uns Strategie am Anfang schon echt einen großen Fokus. Ich glaube aber auch, dass Spontanaktionen, wenn es gute Einfälle gibt, ihre Daseinsberechtigung haben und dass wir auch im Marketing ganz viel erreichen können, wenn wir eben spontane Ideen einfach mal umsetzen. Also auch hier wieder unser Beispiel mit der Forward Freiburg, das war ein Projekt, das haben wir uns ausgedacht und dann einfach an zwei Tagen auf die Beine gestellt. Es war eine absolute Spontanaktion, also da hatten wir nicht irgendwie letztes Jahr geplant, aber wir wollen ein großes Eventmarketing als Marketingbaustein bei uns etablieren, sondern es war halt einfach so, hey, das könnte cool sein, okay, lass einfach mal machen und schauen, wie es klappt. Und wenn dazu die Fähigkeiten im Team da sind, dann glaube ich, sind auch Spontanaktion super wertvoll.
Lukas:
Ja, auf jeden Fall. Und ich glaube, der Hauptunterschied ist einfach, dass so die Videocontentproduktion einfach ein bisschen dynamischer ist, wie vielleicht jetzt Thema Website, sagen wir Website, korrigiere mich gerne, aber ich würde sagen, so ein einmal so einen großen Block, den man, sag ich mal, aufsetzt und dann, sag ich mal, mehrere kleine Anpassungen dann über die Zeit macht, mit Blogartikeln und SEO-Anpassungen und so weiter. Aber man kann jetzt nicht, die Landingpage vielleicht schon, aber die Startseite von der Hauptwebsite, wenn man die alle zwei Wochen anpasst und denkt, oh ja, das ist noch ganz schön, das ist noch ganz schön, dann denken sich die Kunden auch irgendwann so, ich komme hier nicht mehr zurecht, weil die Webseite alle zwei Wochen anders aussieht. Und beim Videocontent, wo man jede Woche neue Videos raushaut, da kann man eher mal so irgendwo Abzweigungen machen und dann mal wieder was neues anpassen oder so, ohne dass es jetzt so einen drastischen Einfluss hat und braucht es auch ein bisschen, um mal Sachen zu finden, die man vielleicht, also Videoformate zum Beispiel zu finden, die man gar nicht auf dem Schirm hatte, aber eigentlich gut ankommen und das man mal wieder ein bisschen experimenteller unterwegs ist. Und dann guckt, wenn man mal eine gewisse Datenlage hat, ein bisschen mehr strukturiert reingeht, mit Strategie und Aufrufzahlen und verschiedenen Grafen, die es dann gibt, da kann man nochmal eine eigene Folge zu machen. Ja, da denke ich es einfach deutlich dynamischer.
Natascha:
Ja, ich habe auch theoretisch noch ganz viel zum Thema Webseite zu sagen, auch jetzt basierend auf der kleinen Diskussion, die wir hatten. Das sprengt nur heute den Rahmen dieser Folge, denn es ging jetzt sehr explizit um die Trends für 2026, die uns hier ChatGPT vorausgesagt hat. Ich hoffe, wir konnten die gut einordnen. Ich bin gespannt, was davon tatsächlich so kommt. Es waren jetzt ja keine wirklich überraschenden Hypothesen dabei, glaube ich. Nichtsdestotrotz werden wir, ich hoffe, in einem Jahr einmal eine Reviewfolge machen und schauen, wie es denn tatsächlich ausgesehen hat. Und wenn ihr uns weiter hören wollt, dann abonniert den Kanal und wir hören oder sehen uns dann in der nächsten Folge. Bis bald.
Lukas:
Bis zum nächsten Mal.





