Folge 3
KI im Marketing: Zerstört künstliche Intelligenz auch deine Marke?
Künstliche Intelligenz ist im Marketing angekommen. Tools werden schneller, günstiger und für immer mehr Menschen zugänglich. Und trotzdem stellen wir uns im Waldgeplauder Podcast eine unbequeme Frage: Warum wirkt so viel KI-Content austauschbar, billig und letztlich wirkungslos?
In dieser Folge sprechen wir offen darüber, warum rein KI-generierte Inhalte selten Vertrauen aufbauen, warum sie Marken langfristig schaden können und weshalb Persönlichkeit, Erfahrung und echte menschliche Perspektiven wieder deutlich wichtiger werden. KI reproduziert das, was bereits existiert – sie berechnet Wahrscheinlichkeiten für das nächste Wort. Genau darin liegt das Problem, wenn es um hochwertigen Content, Expertenstatus und Sichtbarkeit bei Google geht.
Wir diskutieren, warum Suchmaschinen keine Mittelmäßigkeit belohnen, weshalb generische KI-Blogartikel kaum eine Chance auf Top-Rankings haben und wie schnell sich falsche Informationen durch KI-Loops im Internet verbreiten können. Gleichzeitig zeigen wir aber auch, wo KI sinnvoll eingesetzt werden kann: als Werkzeug zur Strukturierung, zur Vorbereitung, zur Effizienzsteigerung – nicht als Ersatz für Denken, Haltung und Erfahrung.
Ein zentraler Punkt der Folge ist die Frage nach Vertrauen: Menschen merken immer schneller, ob Inhalte wirklich von jemandem kommen oder nur generiert wurden. Gerade auf Plattformen wie LinkedIn, YouTube oder Websites entsteht aktuell ein Einheitsbrei aus gleichen Formulierungen, gleichen Meinungen und gleichen Aussagen. Genau das untergräbt Glaubwürdigkeit und Beziehung – zwei Dinge, die im Marketing unverzichtbar sind.
In der Folge sprechen wir außerdem darüber, warum echte Expertise wieder wichtiger wird, wie Content 2026 aussehen muss, weshalb Persönlichkeit kein „Nice to have“, sondern ein Wettbewerbsvorteil ist,und wie du KI nutzen kannst, ohne deine Marke zu verwässern.
Wenn du Content erstellst, Kunden gewinnen willst oder Marketing strategisch denkst, dann ist diese Folge ein realistischer Blick auf KI jenseits von Hype und Heilsversprechen – mit klaren Learnings für nachhaltige Sichtbarkeit und Vertrauen.
Das Transkript der Folge
Natascha:
Du machst deinen ganzen Content mit KI, aber er performt einfach nicht? Kein Wunder. Wir haben es getestet und wir sehen es auch täglich bei unseren Kunden. Wer die Tools nicht beherrscht, verliert. In der Folge zeigen wir dir, wie du mit den KI-Tools richtig umgehst, dadurch nicht mehr stundenlang für deinen Content brauchst und Inhalte erstellst, mit denen du wirklich Kunden gewinnst.
Lukas, du produzierst ja sehr viel Content mit deinen Kundinnen und Kunden. Was sind denn so Prozesse oder Content-Hacks, die sich bei dir jetzt in den letzten Jahren seit es KI gibt etabliert haben?
Lukas:
Ja, da bin ich echt mal gespannt, was auf uns zukommt, weil wir haben dieses Jahr schon echt viele Sachen gesehen, gefühlt, jede Woche kam ein neues Tool raus von Google, OpenAI oder wem auch immer. Und ich glaube, ich habe ein bisschen eine kontroverse Meinung, die viele, glaube ich, nicht haben so im Marketingbereich, weil gerade wenn man so auf YouTube geht oder wie auch immer, da hat man einfach, also man hat so viele Videos, wo einem vorgeschlagen wurde, hier ist ein Prompt für ChatGPT und plötzlich hast du 50 Beiträge oder ich habe irgendwie ein automatisiertes System, wo man einen Prompt reingibt und dann kommen hinten 20 Bilder raus, die man direkt auf LinkedIn posten kann und wie auch immer. Und ich denke, das wird immer besser werden, aber aktuell wird es, glaube ich, so ein bisschen überhypt. Also man sieht immer diese Videos von den Leuten, die das halt sagen, dass es so einfach ist und wie auch immer. Aber in der Praxis sieht man das eigentlich nicht so wirklich. Also sieht man diese Beiträge dann kaum, sage ich mal, weil meiner Meinung nach gerade so generierte Sachen so ein bisschen an Persönlichkeit fehlen, also nicht nur ein bisschen, sondern sehr stark an Persönlichkeit fehlen. Und ich glaube, es wird wieder ein bisschen zurückgehen, dass man wieder ein bisschen eher drauf kommt und sagt, okay, wir machen wieder ein bisschen mehr händisch, merke ich auch so in meinem Workflow, so am Anfang so, okay, neues Tool, zack, alles ausprobieren und irgendwann merke ich auch so, okay, wenn ich so ein bisschen händisch mache und wieder meinen eigenen Grips anstreng und nicht alles nur die KI überlasse, dann wirken die Sachen doch ein bisschen authentisch und kommen besser an. Geht es dir auch so? Hast du auch so das Gefühl?
Natascha:
Also bei mir ist tatsächlich so, ich sehe viele von diesen Inhalten, die so KI-generiert sind, also vor allem auf LinkedIn, Postings, die rein KI-generiert sind, dann noch mit irgendwelchen Bildern, bei denen auf den ersten Blick ersichtlich ist, dass ist KI-generiert und ich finde halt so schrecklich, dass alles gleich klingt und gleich aussieht. Also ich habe, wenn ich schon irgendwie KI-generierte Bilder sehe, die halt, ich sage jetzt mal nicht mit einem gewissen Anspruch auch gemacht wurden, sondern halt nur dieses schnell mal Prompt rein, mach mal hier Visualisierung, jemand denkt nach. Oh, da läuft es mir eiskalt den Rücken runter, das sage ich dir ehrlich, da muss ich ganz schnell weiterscrollen, weil es einfach so schlecht ist, also das ist halt beinahe schlechter als jede Stockfotografie. Das heißt also, ich hoffe, dass wir uns dahin entwickeln, wenn wir KI nutzen, dass wir die dann auch tatsächlich mit Anspruch nutzen oder dass wir halt wirklich wieder einen Schritt zurückgehen zu der sehr persönlichen Art der Content-Produktion. Weil natürlich gibt es auch Menschen, die können sehr, sehr gut mit KI umgehen, aber das, was ich so im Schnitt gerade sehe, sowohl auf LinkedIn als auch auf Webseiten, ist eher schlechter als recht.
Lukas:
Ja, also ich merke es immer ganz stark so an Kommentaren bei LinkedIn, wo so, also ich habe letztens was gepostet und so nach einer Sekunde hatte ich einen Kommentar von jemandem, den ich nicht kenne, wo ich mir schon gedacht habe so, wie kannst du jetzt meinen Content so schnell sehen? Oder allgemein so, wie so ein Kommentar sage ich mal auch aufgebaut ist, also das ist nicht nur ein Bot ist, der dann irgendwas schreibt, sondern dass zwar ein Bezug ist zu einem zu dem, was man gepostet hat, aber in so einer speziellen Form, dass es schon wieder unnatürlich klingt. Also wir zum Beispiel haben ja mal diesen Podcast gemacht oder machen ja den Podcast für WJ und da in der letzten Folge stand so ein paar bestimmte Keywords im Titel, die zwar auch in der Folge, sag ich mal, behandelt wurden mit dem Gast, aber jetzt nicht so das Überthema, sag ich mal, aber dann kam ein Kommentar dazu, zu einem Beitrag, wo das irgendwo geteilt wurde, ich weiß nicht mehr genau wo es war und es wurde so spezifisch auf dieses eine Keyword eingegangen, was im Titel war, wo ich mir dachte, ja okay, das war jetzt irgendwie ein ChatGPT-Bot hinten dran, der jetzt einfach nur diesen Titel gelesen hat und dann so ein Kommentar, das speziell auf den Titel geschrieben hat, das ist schon wieder so richtig unnatürlich klang. Das fand ich richtig weird und sowas sieht man ganz häufig gerade.
Natascha:
Ja und ich finde, das ist auch irgendwie eine Entwicklung, die in Teilen sehr schade ist, weil es im Endeffekt bekomme ich dadurch das Gefühl, okay, es geht halt nicht mehr um zwischenmenschliche Verbindung, wofür ja eigentlich halt soziale Netzwerke sind oder auch halt echten fachlichen Kompetenzaustausch, sondern es geht halt eigentlich nur noch darum, dass jeder für sich schaut, dass er möglichst viel Reichweite aufbaut. Und klar, das kann ein Ziel sein, ich glaube aber nicht, dass das funktioniert, wenn ich halt einfach nur den gleichen austauschbaren Inhalt liefere, den jeder andere Mensch auch mit einer KI generieren kann. Also ich glaube und das ist sicherlich auch ein Trend für 2026, dass halt dieses Thema echte menschliche Expertise und echte menschliche Verbindung weit wichtiger wird als halt à la KI-generierter Durchschnittsquatsch. Und er hat sicher seine Daseinsberechtigung, gerade wenn es halt genau um solche Durchschnittssachen geht, also wo es auch nicht besser sein muss als Durchschnitt, aber für alles, wo wir in menschlicher Interaktion sind, finde ich Echtheit, Authentizität viel viel angenehmer als jetzt so ein KI-Dings.
Lukas:
Ja, voll. Und das merke ich auch mit meinen Kunden oder sage ich mal, da entsteht ja so ein Paradoxon, sage ich mal, wenn ich jetzt mehrere Kunden habe als Agentur, die den ähnlichen Themenbereich haben, also sagen wir irgendwie, kann man mal jetzt drei Immobilienmakler als Kunden oder so und alle Immobilienmakler sagen, jo, ich würde gerne hier Content machen, weiß nicht, was ich machen soll, Lukas oder Agentur XY, schlag mir mal ein paar Themen vor und schreibe mir mal ein Skript und wie auch immer. Und ich nutze KI, um mich da reinzufuchsen in das Thema von den Leuten, dann kommt ja bei allen drei Maklern, sage ich mal, der gleiche Einheitsbrei raus und alle erzählen im Prinzip das Gleiche. Wenn ich aber sage, okay, gib mir mal deine persönliche Einschätzung, deine persönliche Erfahrung, dein, irgendein Projekt, was du betreut hast und was da die spezielle Schwierigkeit war oder so, dann kriegt man darüber direkt die Persönlichkeit rein und dann individuell, sodass man, sage ich mal, drei Kunden betreuen kann, die das gleiche Thema haben, aber jeder hat trotzdem, sage ich mal, individuelle Meinungen und ein Output, der dann hinten rauskommt. Und ich glaube, das wird mit der Zeit immer stärker werden, dass man nicht diesen Einheitsbrei hat, den jeder Experte aus allen Nischen hat, sondern dieses individuelle, was ganz wichtig wird. Und ich glaube, die Leute checken das auch so langsam, dass man, wenn man LinkedIn-Kommentare liest oder in Content durchliest, den man jetzt schon 20-mal gehört hat oder auch so von der Formulierung her, dass da nicht immer alles so, dass die Leute auf den Trichter kommen, dass es nicht so gut ankommt.
Natascha:
Ja, und es ist ja auch kein Entweder-oder, also nur KI oder nur händische Arbeit. Also es geht ja schon darum, dass wir auch KI sinnvoll für uns nutzen und gerade, wenn es darum geht, sich halt in irgendwelche Grundlagen, Themen von Kunden einzuarbeiten, dann ist es ja auch ein mega cooles Tool, um das einfach wesentlich schneller zu machen. Aber wenn es halt darum geht, USPs auszuarbeiten und so weiter, da dürfen wir halt nicht auf das setzen, was eh schon da ist, sondern da ist auch Aufgabe des Marketing, sich einfach was Neues, Innovatives einfallen zu lassen. Und ich glaube, damit können wir uns auch im nächsten Jahr dann einfach vom Wettbewerb abheben als Agenturen, wenn wir halt genau diese Leistung noch erbringen und sagen, ja, du bekommst halt nicht nur KI, sondern auch noch die menschlichen Ideen dahinter. Okay, heißt, wir haben für uns jetzt mal so ein bisschen sortiert, KI-Nutzung cool, aber nur KI-Nutzung uncool, wenn du jetzt deine Kunden bereits Lukas oder auch deine eigenen Prozesse anschaust, die du natürlich mit den Kunden machst. Was sind denn jetzt Punkte, an denen du sagst, da empfiehlst du auch deinen Kunden zum Beispiel KI zu nutzen und was sind das dann auch für Tools oder für Anwendungsfälle, wo sich das wirklich lohnt?
Lukas:
Ja, also in den meisten Fällen mache ich, sag ich mal das für meine Kunden, aber wenn jetzt jemand sagt, okay, er hat jetzt keine externe Agentur und der will es selber machen, dann finde ich es mega gut, sei es jetzt ChatGPT, oder andere KIs egal welche, so für Datenstrukturierung zu nutzen oder für Content-Strukturierung. Also dass man sagt, ich habe hier ganz viele Themen, die ich gerne mal besprechen wollen würde, weiß aber nicht mit welchem Thema soll ich anfangen oder wie kann ich ein Thema aufarbeiten. Ich habe jetzt zum Beispiel von einem Kunden, der hat über die letzten Jahre ganz viele Notizen gesammelt mit ganz vielen verschiedenen Meinungen, die er so hat oder Zitate aus Büchern, die er aufgegriffen hat, die er mit denen er sich identifizieren kann und so weiter. Und anstatt das Ganze händisch durchzugehen, was wahrscheinlich Monate dauern würde und nicht irgendwo profitabel oder wirtschaftlich ist, sind die KIs sehr gut darin. Ich habe es zum Beispiel mit ChatGPT gemacht. Zu sagen, hier ist mal dieser ganze Content-Input. Such mal raus, gibt es da vielleicht irgendwelche Themen, die sich ein bisschen überschneiden oder die in eine ähnliche Richtung gehen, kann man daraus eine Content-Säule, sage ich mal, entwickeln, wo man dann wieder speziell für diese eine Säule, also eine thematische Säule Content macht. Oder gibt es Themen, die vielleicht unterrepräsentiert sind, die aber für diese Nische auch wichtig sind, wo man dann nochmal einen neuen Input generieren muss. Und ich finde, da, wenn man sehr viel Input hat, da finde ich es mega gut, das zu nutzen und da die Prozesse einfach viel, viel schneller zu machen. Das ist wahrscheinlich ähnlich bei euch, oder?
Natascha:
Ja, also ist definitiv ähnlich. Mich interessiert aber gerade noch eine Sache. Was, wenn ich noch nicht viel Content habe? Weil jetzt ist ja nicht so, dass jeder schon irgendwie ein ganzes Notizbuch vollgeschrieben hat und sagt, okay, hier habe ich alle meine Gedanken und die müssen nur noch sortiert werden, sondern ganz oft ist ja auch so die Herausforderung, ich sitze da vor einem weißen Blatt Papier und weiß eigentlich gar nicht, wie ich anfange. Kann KI dabei irgendwie helfen?
Lukas:
Das ist ein bisschen schwieriger, weil, sage ich mal, also da fange ich immer gerne an, dass man sagt, okay, was sind so die Painpoints von meiner Zielgruppe und wie kann ich jetzt diese Painpoints von meiner Zielgruppe lösen? Wenn ich natürlich jetzt noch nicht so tief drin bin und zwar vielleicht so ein paar Painpoints hab von meiner Zielgruppe, sonst ist es ein bisschen doof, ein Geschäft zu haben. Aber wenn man, sage ich mal, noch nicht so einen großen Stamm hat, dann kann man zum Beispiel schauen, was für Fragen werden denn bei Content gestellt, der schon existiert? Also wenn ich sage, okay, ich bin jetzt in einer bestimmten Nische, mache ich YouTube-Videos, dass ich mir dann Kommentare anschau, nicht meine eigenen, weil ich vielleicht noch nicht so viele Kommentare habe, ich noch nicht so viel Content gemacht habe, aber zum Beispiel, dass ich zu jemanden gehe, der in der gleichen Nische ist und dann geht man die YouTube-Kommentare durch und guckt, okay, was haben die Leute für Fragen, Painpoints? Das wurde jetzt bei dem Video noch gar nicht behandelt, aber die Leute interessiert es trotzdem. Und da kann man auch sehr gut mit KI arbeiten, dass man einfach diese ganzen Kommentare einfach Copy-Paste da reinhaut und nicht jedes Kommentar einzeln durchgeht und dann sagt, okay, suche mir mal aus den Kommentaren, kann 100 Stück zu diesem Video, Themen auf, die Leute nochmal gefragt haben oder wo Leute noch mehr Input dazu haben wollen. Da hat man zum einen ganz viele Themen, die einmal ausgespuckt werden, aber zum anderen auch Themen, wo eben direkt Interesse da ist, wo die Leute interessiert und nicht einfach, wo man denkt, oh, das könnte Leute interessieren. Oder man nimmt die Gespräche mit den Kunden auf, irgendwie ein Zoom-Call und dann guckt man, okay, was haben die Leute, stellen die Leute immer die gleichen Fragen und dann kann man auch Content zu diesen Fragen machen, die die Leute, die dann haben. Und dann ist natürlich dran, okay, wie kann ich diese Painpoints, sag ich mal, in Information umwandeln oder sag ich mal diesen, ja, oder sag ich mal, anreichern an Informationen, damit man dann auch ein Video oder ein Blogartikel oder wie auch immer daraus machen kann. Und da ist eigentlich ganz gut, wenn man einfach mal eine Sprachnotiz macht und einfach 15 Minuten über ein Thema redet, alles was einem in den Kopf kommt, muss nicht strukturiert sein, muss nicht irgendwie perfekt sein, sondern einfach, dass man mal diesen Informationsstamm hat und dann kann man wieder in die KI und sagen, okay, strukturier mir das mal wieder neu, was ich die letzten 15 Minuten geplappert habe.
Natascha:
Auf jeden Fall gute Anwendungsfälle und du weißt ja, dass das mit den Audioaufnahmen, das mache ich ja auch sehr gerne. Das ist tatsächlich auch einer der größten Hacks, finde ich, für die Content-Produktion, weil ich erlebe es ganz oft bei unseren Kunden oder eben auch generell bei Bekannten. Dass halt irgendwie immer noch so eine Schreibblockade da ist, wenn es darum geht, Inhalte zu erstellen und dann hinzugehen und einfach mal drauf loszureden, weil wir sind ja alle Experten und Expertinnen in unseren Themenfeldern und dieses einfach erklären, was wir machen. Das fällt uns allen total leicht, aber zu schreiben, was wir machen. Da haben viele tatsächlich dann ein Problem damit. Und ich finde, das ist tatsächlich auch gerade, wenn man Content halt in Textform für die Webseite aufbereiten möchte, eine der schönsten Unterstützung, die da jetzt halt KI-Tools auch bieten, dass man sagen kann, okay, ich geb halt der KI eine Audiodatei von, was auch immer, ich geredet habe und die darf das dann einmal strukturieren. Und der große Vorteil, den ich darin sehe, ist, die KI lernt dadurch natürlich auch meine Tonalität kennen. Das heißt, wenn ich dann auch das Briefing entsprechend so schreibe für die KI, dass sie halt meinen Sprachstil in der Textgeneration übernimmt, dann bekomme ich da auch direkt viel passendere Sachen fertig generiert. Wie wenn ich jetzt nur sag, schreibe ein Blogartikel über Thema X, das ist halt shit in shit out. Wenn aber mein Expertenwissen plus meine Tonalität die Grundlage ist für ein Artikel, der dann geschrieben wird, dann ist der halt danach auch beinahe schon zu 80 Prozent fertig und die Nachbearbeitung sind halt wesentlich einfacher. Heißt natürlich jetzt nicht, dass es unbedingt viel schneller geht, aber es ist einfacher. Also es fühlt sich leichter an und ich finde, das macht schon einen großen Unterschied mit welcher Motivation sich dann die Kunden einfach an die Themen dransetzen.
Lukas:
Ja, vor allem man kann es halt auch besser, wenn man jetzt, sag ich, eine Marketingabteilung ist oder eine Firma ist, man kann es auch besser outsourcen. Also man muss ja nicht als Agentur den Leuten hinterherrennen und sagen, ich brauche Input, Input, Input und dann sagen Leute, boah ich habe keine Zeit Input zu geben, aber wir wollen trotzdem einen Output haben. Dann ist so ein, hier mach mal eine 15-Minuten-Sprachnachricht oder Zehn-Minuten-Sprachnachricht mit deinem Expertenwissen, eine deutlich geringere Hürde wie hier ist ein leeres Dokument, schreib mal runter. Da ist glaube ich so ein Gamechanger mit Texterkennung und dann Strukturierung. Wenn ich jetzt, wenn wir bei dem Thema Blogartikel gerade sind, ich habe jetzt zum Beispiel schon oft gehört, dass wenn man jetzt ein KI-Text auf die Webseite drauf haut, der 100 Prozent KI-geschrieben ist, dass er nicht so gut performen soll oder abgestraft wird oder wie auch immer. Hast du da Erfahrungen, wo ihr das vielleicht mal so abgetestet habt oder was sind so deine Meinung, sollte man das machen, sollten wir es nicht machen?
Natascha:
Also wir haben es getestet beziehungsweise ja mit einem privaten Projekt, was Yvonne, eine Kollegin von mir und ich noch haben, wir haben einen Backblog und tatsächlich haben wir da als das ganze Thema KI noch relativ neu war, einfach mal auch komplett ganze Rezepte, inklusive Fotos und so weiter KI generieren lassen und die online gestellt. Ich habe immer so ein bisschen schlechtes Gewissen, wenn ich das erzähle, weil ich halt auch nicht weiß, ob die funktionieren, das war eine Schwarzwälder Kirschtorte, ich habe keine Ahnung, ob die jemals jemand gebacken hat, angeklickt wurde sie und gerankt hat sie auch. Man muss aber dazu sagen, dass das jetzt natürlich auch ein Content-Gebiet, wo es nicht auf Einzigartigkeit ankommt. Also weil gerade das ganze Rezeptthema, das lebt jetzt nicht im großen Stil von Einzigartigkeit. Also klar, wenn wir dann im Social Content sind, dann geht es da schon eher um Foodtrends oder sowas, aber bei der Google-Suche, wenn jemand halt nach Rezept für eine Schwarzwälder Kirschtorte googelt, dann kommen da halt zehn Rezepte, die unterm Strich wahrscheinlich alle ähnlich sind. Genau und da hat es tatsächlich zum damaligen Zeitpunkt auch funktioniert. Ich habe es jetzt länger nicht mehr überprüft, muss ich sagen. Bei Content-Erstellung für jetzt wirklich Unternehmen, die ja auch, sag ich mal, eine gewisse Brand-Identity haben und auch für einen gewissen Qualitätsstandard stehen, bin ich immer kritisch, wenn es darum geht, einfach nur so Larifari-KI-Blogartikel hochzuladen, weil wir haben ja da auch ein, sage ich mal, so ein mittelmäßigen Qualitätsstandard insgesamt, wenn wir uns KIs anschauen und den Output den die generieren. Das heißt, es reproduziert halt was da ist und wenn man die Funktionsweise von einer KI versteht, also ganz runtergebrochen, das berechnet halt die Wahrscheinlichkeit für das nächste Wort, dann ist es ja ganz weit weg von tatsächlichem Experten- oder Expertinnen-Content und oft halt mittelmäßig. Und wenn wir uns überlegen, okay, was ist denn der Anspruch von Google, wenn ich auf Position 1, 2, 3 will oder auch jede anderen Suchmaschine, dann verdiene ich mir diesen Platz ja in der Regel, indem ich Content habe, der besser ist als alle andere, der schon da ist. Und das widerspricht diesem ganzen KI-generierten Blogartikelthema total, weil ich kann nicht mit etwas, was generiert ist auf Basis von dem, was da ist, besser sein als alles, was schon da ist. Also das ist ja, sag ich mal, rein logisch gar nicht möglich. Das heißt, wir müssen auf jeden Fall immer noch mal die Inhalte so aufbereiten, dass halt genau ein Alleinstellungsmerkmal zu dem bisherigen Content entsteht. Das kann auf verschiedene Arten sein, das kann durch Grafik sein, durch Video, durch Audio-Material oder was auch immer. Aber den Schritt muss man gehen, wenn man damit tatsächlich noch Performance in der organischen Suche erreichen will.
Lukas:
Ja, weil sonst hat man im Prinzip auch, dass alle Blogartikel das Gleiche sagen. Wenn alle KI-generiert einfach nur das wiedergeben, was andere mal wiedergegeben haben, dann wird es auch auf lange Sicht nichts. Habe ich letztens auch einen spannenden Artikel oder nicht ein Artikel, aber ein Video gesehen von jemand, der einen Wissenskanal auf YouTube, wo die so Wissen raushauen, so ganz abgefahrenen Themen mit, wie so Planeten funktionieren und schwarze Löcher und alles Mögliche. Und die haben auch mal getestet, ein Video nur auf KI-Content, sag ich mal, basieren zu, oder nicht auf KI-Recherche basieren zu lassen, sagen wir mal so. Und dann haben sie natürlich noch mal dann Fake-Checken lassen mit Experten und die haben ganz viele, sag ich mal, Sachen herausgefunden, die eigentlich gar nicht stimmen, aber die KI irgendwo aus einer Quelle gezogen hat, die seriös aussieht, aber eigentlich gar nicht wahr. Und dann während sie das Video gemacht haben, hat ein anderer Kanal ein Video gemacht zum ähnlichen Thema. Und da waren genau diese Fake-Fakten drin, die eigentlich nicht gestimmt haben, aber irgendwie aus einer seriös wirkenden Quelle gekommen sind. Und das Problem ist dann, dass jetzt dieses YouTube-Video existiert von diesem anderen Kanal, wo suggeriert wird, dass das Fakten sind und die KI, egal welche, sieht, oh, das ist ein YouTube-Video, das scheint eine seriöse Quelle zu sein, wenn der das erzählt, der scheint Experte zu sein und kann das gar nicht verifizieren. Und dadurch hat man so ein so ein Loop, wo einmal schlechter, falscher Inhalt irgendwo ist, der wird von der KI aufgegriffen, daraus entstehen wieder neue Quellen, die wieder falsch sind und dann hat man so eine Endlosschleife und irgendwann kann man wahrscheinlich nichts mehr trauen, was im Internet irgendwo ist.
Natascha:
Ja, und das ist ja auch als Unternehmen, also ist das ja auch wirklich peinlich, wenn man anfängt, nur weil man einfach eine halbe Stunde Fact-Checking sparen wollte, dann irgendwie Fake News zu verbreiten oder einfach wissenschaftlich falsche Sachen. Jetzt mal Meinungen klammern wir mal aus, aber es gibt ja einfach viele Dinge, die sind halt richtig oder falsch. Und wenn ich mich da halt für falsch entscheide und das publiziere, dann hat das natürlich auch und also nimmt Schaden auf meine Brand und das möchte ich auf jeden Fall vermeiden, weil du das gerade erzählt hast mit diesen Fake News durch KI. Ich hatte gestern so ein Video gesehen von einer Journalistin, die von den KIs als die Freundin von Kontra K bezeichnet wird und das war total lustig aufbereitet und das ist einfach nur aus einer Quelle, weil die halt mal vor vielen Jahren Kontra K interviewt hat und es halt sonst keine Informationen zu Kontra K und seinem Privatleben gibt, aber in der Bildbeschreibung steht halt hier Kontra K plus Name dieser Redakteurin und weil es halt sonst nie diese Konnotation gibt, quasi wo er halt im Kontext mit einer Frau auf einem Bild ist und dann Namen und so weiter, steht jetzt überall, dass es seine Freundin ist in den ganzen KIs und das ist halt, das ist so lustig einfach, aber gleichzeitig auch schlimm, wenn man halt überlegt, wie einfach dadurch alles manipulierbar wird.
Lukas:
Ja, weil man kriegt es halt auch nicht mehr, also nur noch sehr schwer raus, wenn es mal so eine Information irgendwo ist.
Natascha:
Genau, aber du wolltest grad noch eine Frage stellen.
Lukas:
Ja, genau und zwar vielleicht wie ihr, sag ich mal, man nimmt jetzt mal an, okay, man hat jetzt gesagt, man hat jetzt mal diesen Prozess gefolgt, den wir jetzt gemacht haben, man hat sich einen Painpoint rausgesucht, man hat in einer Zehn-Minuten-Sprachnachricht diesen Painpoint besprochen, wie man ihn lösen würde für seine Zielgruppe. Man hat dann diese Daten so ein bisschen strukturiert, man hat sich ein YouTube-Video aufgenommen, jetzt mal unabhängig davon, ob es jetzt gut strukturiert ist, das YouTube-Video, da können wir vielleicht auch noch in einer späteren Folge nochmal darauf eingehen, wie man so ein YouTube-Video aufbauen sollte, damit es gut ankommt, aber man hat jetzt dieses YouTube-Video und will jetzt rangehen und so ein Blogartikel schreiben für die Webseite. Wie würdest du, also würdest du da jetzt, also wie würdest du da KI noch mit einsetzen, um ein Blogartikel zu bekommen, der zwar, sag ich mal, unterstützt ist, wo man jetzt nicht fünf Stunden braucht für, aber der trotzdem noch die eigene Stimme oder händisch aussieht, sag ich mal, oder händisch wirkt?
Natascha:
Also ich muss sagen, ich arbeite auch sehr gerne mit NotebookLM, einfach aus dem Grund, weil ich bei NotebookLM ja eigene Quellen reingeben kann und dann arbeitet die KI nur auf Basis von diesen Quellen und ich finde, das ist dann nochmal ein guter Faktor, um auch einfach, sag ich mal, die Qualität auf das einzuschränken, was ich haben will, weil ich interessiere mich jetzt ja, wenn ich in die Content-Produktion gehe mit meinem eigenen Wissen, dann interessiere ich mich halt null für das, was GPT oder was auch immer noch zusätzlich generieren könnte, möchte, und ja manchmal dann noch eigenwillig tut. Das heißt, an sich finde ich hier NotebookLM mega cool, um zu sagen, ich arbeite jetzt nur mit meinem Input und dann kann ich ja hingehen und sagen, okay, hier mein Ziel ist es daraus einen Wissensartikel zu schreiben, mir ist wichtig, dass diese Elemente hier hervorgehoben werden. Bitte strukturiere das nach zum, keine Ahnung, vielleicht Hero’s Journey oder wie auch immer, also es gibt ja auch verschiedene Frameworks fürs Schreiben. Wenn ich da noch Quellen hinterlegen möchte, zum Beispiel zu bestimmten Frameworks, dann kann ich das auch machen. Das heißt, ich gehe einfach viel mehr in, ich nenne es jetzt mal Content-Crafting statt Content-Generierung, indem ich sozusagen mit verschiedenen Zutaten den Content so beschreibe, wie ich mir das Endergebnis vorstelle. Und das ist jetzt, das mache ich ja bei einem Prompt auch, bei zum Beispiel NotebookLM, wenn ich aber halt viel mehr über Quellen arbeite, dann sind halt die Zutaten viel umfangreicher und damit ist das Ergebnis auch viel zuverlässiger. Das heißt, ich würde da hingehen und dann zum Beispiel mir halt so ein paar Schreib-Best-Practices immer notieren, die ich ja berücksichtigen möchte oder vielleicht haben wir auch eine Corporate Language Guideline, die da berücksichtigt werden soll. Ich habe meine Sprachmemo, all das kann ich dann in NotebookLM oder was auch immer man nutzen möchte, reingeben, meine Struktur vorgeben und mir dann das generieren lassen. Und da ist das Ergebnis dann einfach schon so gut, dass ich halt tatsächlich dann mich nur noch um die Folgeaufgaben kümmern muss. Also einmal natürlich überarbeiten und redigieren, weil es gibt dann trotzdem oft sowas, wie dass sich Sachen unnötig oft wiederholen. Und dann geht es natürlich auch um die ganze grafische Aufbereitung und die strukturelle Aufbereitung noch. Was auch noch ein wichtiges Thema ist, ist sowas wie coole Headlines setzen, die halt die Leute irgendwie ansprechen, die Emotionen triggern. Das heißt vor allem das Thema Emotionen reinbringen und den Inhalt so aufzubereiten, dass er gut verarbeitbar ist. Also zum Beispiel durch Grafik und Struktur, das ist dann die Aufgabe mit der wir die meiste Zeit dann noch verbringen, aber nicht mehr mit dem Reinschreiben.
Lukas:
Okay, ja spannend. Ich denke, dann haben wir jetzt mal einen guten Überblick, wie man KI nutzen kann und so würde ich es auch bei allen grafischen Sachen machen, nur so unterstützend und nicht als generier mir mal und dann das nutzen, was ausgespuckt wird, sondern da gehört noch einiges mehr dazu. Da können wir vielleicht auch noch eine extra Folge machen, was Thema Prompten im Marketing oder so angeht. Da können wir mal schauen, wenn du das hier hörst als Zuhörer oder Zuhörerin, schreib gerne in die Kommentare, ob dich das interessieren würde. Und dann würde ich sagen, wir haben heute einiges gelernt. Ich hoffe, ihr könnt da draußen einiges davon anwenden und dann vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.
Natascha:
Bis bald.





