Wie gewinnt man den Markt gegen Langnese, Mövenpick und Co.?| mit Matthias Rothacher

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Eine Eismarke gegen Nestlé, Langnese und Unilever durchzusetzen klingt nach einem aussichtslosen Kampf. Matthias Rothacher zeigt, dass genau das mit dem richtigen Namen, mutigem Design und einem klaren Regionalbezug funktioniert.

In dieser Folge sprechen Lukas und Natascha mit ihrem allerersten Gast über den Weg von der kleinen Eisdiele auf dem Freiburger Mundenhof zur Marke Black Forest Ice Cream. Matthias erzählt, wie aus Hof-Eis eine zweite, lautere Marke wurde, warum ihm die zündende Idee ausgerechnet auf einer Kunstmesse in Miami kam und wieso ein einprägsamer Name im Einzelhandel manchmal mehr wert ist als das beste Produkt.

Es geht um echtes Marken-Handwerk statt Marketing-Theorie. Matthias spricht offen über das große Investment in eine spezialisierte Agentur, über Positionierung im überfüllten Eisregal und darüber, wie eine kleine Manufaktur ohne Millionenbudget trotzdem Kunden wie die Deutsche Bahn, SAP und den Flughafen Frankfurt gewinnt. Dazu die harte Realität der Foodbranche mit Energiekrise, Zertifizierungen und einer 50.000 Euro Stromrechnung im Monat.

Wenn du eine Marke aufbaust, im Einzelhandel bestehen willst oder mit dem Gedanken an ein Food-Startup spielst, nimmst du aus diesem Gespräch echte Praxis mit.

Das erwartet dich:

  • Warum ein starker Markenname im Regal oft wichtiger ist als das Produkt
  • Wie Differenzierung zwischen zwei Marken gelingt ohne sich selbst zu kannibalisieren
  • Der wertvollste Marketingkanal für eine kleine Marke ohne Großbudget
  • Was du über die Foodbranche wissen musst bevor du gründest
  • Wie Regionalität zum stärksten Verkaufsargument gegen die Industrie wird

Hosts

Lukas Lehmann

@Forest Stories


Natascha Schindler

@Waldhirsch


Das Transkript der Folge

Natascha:

Wir haben heute unseren ersten Podcast-Gast und zwar Marit, Matthias Rothacher, natürlich Versprecher direkt im Intro, perfekt, von Black Forest Ice Cream. Und wir freuen uns mega, dass du hier bist. Wir wollen heute über die Marke Black Forest Ice Cream sprechen und was ihr da so gemacht habt, um damit überhaupt an den Markt zu kommen. Und wie ihr es denn schafft, euch überhaupt im Einzelhandel gegen die Riesenmarken, Langnese, Nestlé und Co. irgendwie durchzusetzen. Ich würde sagen, wir starten direkt rein. Matthias, erzähle uns vielleicht doch mal ganz kurz und knapp, wie kam es denn überhaupt zur Marke Black Forest Ice Cream? Es gab ja davor schon Hof-Eis. Wie hat denn diese Transformation stattgefunden?

Matthias Rothacher:

Ja, danke erst mal von meiner Seite für die Einladung. Freu mich auch total, hier zu sein und die Geschichte zu erzählen. Eigentlich bin ich ja gelernter Gastronom und hab einen Tierpark übernommen, relativ früher hier in Freiburg, Mundenhof. Die Freiburger werden ihn kennen. Und da haben wir gestartet und waren ein großer Eisabnehmer, sag ich jetzt mal. Und haben dann gemerkt, Mensch, das ist ja eigentlich schade. Wir könnten ja das Eis auch selber machen. Wir haben ja alles hier, was man braucht, frische Milch, frische Sahne, frische Joghurt. Der Schwarzwald ist da. Würd sich eigentlich perfekt anbieten. Und so haben wir da begonnen, auf dem Mundenhof eben das eigene Eis zu machen.

Natascha:

Und das war damals aber wahrscheinlich dann auch ein bisschen kleineren Scope. Also Hof-Eis gab es dann irgendwann auch eine Eisdiele dazu in der Innenstadt. Man hat euch schon so in den einen oder anderen Gefriertruhen auch gefunden. Aber ich hab es damals nicht als so riesig wahrgenommen wie jetzt Black Forest Ice Cream.

Matthias Rothacher:

Ja, also das war tatsächlich der Anfang, dass man gesagt hat, Mundenhof, Hof-Eis, wird ja irgendwie Sinn machen. Der Name passt ja auch extrem gut. Und haben dann eine Schreinerei übernehmen können auf dem Mundenhof, wenn man da im Biergarten ist, direkt gegenüber. Haben das dann ausgebaut, was man so braucht, mit einer Kühlung, mit einer Eismaschine, gefliest und so weiter und so fort. Und die eigenen Rezepturen dann entwickelt und geguckt, wie schmeckt es, wie kommt es bei den Leuten an. Weil wir alle anderen Dinge ja auch auf dem Mundenhof selber gemacht haben, Suppen, Salat, Dressings, was man alles so selber machen kann. Und das Einzige war dann schon, dass man gesagt hat, Mensch, das Thema Eis ist ja eigentlich voll schade. Hier alles Familie mit Kind, so viele Leute da, wo gerne ein gutes Eis essen wollen. Und dann haben wir eben da angefangen, im kleinen Stil mit einer ganz kleinen Eismaschine da eben Eis zu machen, verschiedene Rezepturen ausprobiert. Wie gesagt, ich hatte ja überhaupt auch gar keine Ahnung von Eis, fand nur die Idee eigentlich ganz gut. Und so hat sich das dann immer weiterentwickelt, dass wir dann nur einen Tag in der Woche eigenes Eis hatten, dann waren wir immer gleich ausverkauft. Dann hat sich das halt immer erweitert, immer erweitern, zwei Tage, drei Tage. Bis wir dann gesagt haben, irgendwann so geht es nicht mehr, wir wollen das jetzt dauerhaft haben, dass wir praktisch sieben Tage die Woche unser eigenes Eis verkaufen. Wir haben dann eben angefangen, auch Eis eben im Becher abzufüllen. Mit so einem Gaspedal, wo man dann mit Druckluft praktisch das Eis in den Becher gepumpt hat. Und das kam dann tatsächlich auch ganz gut an. Und dann haben wir halt den ersten Edeka-Markt beliefert. Und so hat sich das dann immer weiterentwickelt.

Lukas:

Aber ist es eigentlich relativ einfach, Eis zu machen? Also ich stell mir jetzt vor, okay, wir wollen Eis machen. Macht man das dann einfach oder hat man erstmal, sag ich mal, ein Rieseninvestment an Maschine und dann Know-how? Habt ihr jemand dann gesagt, der kann Eis oder war das dann für dich so?

Matthias Rothacher:

Das dachte ich am Anfang auch. Eis kann ja nicht so schwer sein, ist aber viel, viel schwerer, wie das man denkt. Also wir haben dann eben auch schon für unsere Verhältnisse große Invests gefahren, weil so eine große Eismaschine ist gar nicht so günstig. Und bis das alles umgebaut war und so weiter und so fort, das hat schon richtig Geld gekostet. Dann haben wir auch gedacht, also wir brauchen jetzt jemand, der das professionell kann und das schon mal gemacht hat, haben dann inseriert, ganz normal, im Schnapp, glaube ich, war es damals oder in der Zypresse. Und dann kam der Silvano, der auch bis heute noch bei uns ist und auch unser Produktionsleiter ist. Und dann hat das alles dann Fahrt aufgenommen, dass man sich immer mehr professionalisiert hat, dass man immer größere Mengen gemacht hat. Was halt in unserer Größe auf dem Mundenhof überhaupt möglich war. Weil wir hatten einen Gefrierraum, wir hatten keinen richtigen Platz. Die Hygiene war auch nicht optimal, weil dann auch immer mehr Zertifikate kamen. Der Handel hat gesagt, ja, Moment, wir müssen mal was vorweisen. Zertifizierung, IFS, alles, was wir jetzt heute haben an unserem jetzigen Standort. Aber so weit hatte ich damals noch gar nicht gedacht. Sondern es war einfach wichtig, dass das Eis gut schmeckt, dass es regional produziert ist, dass es super Zutaten hat und so weiter und so fort. Das war Prio 1 und an alles, oder wo wir heute stehen mit den ganzen Zertifizierung etc. Daran hat man überhaupt gar nicht gedacht. Zum Glück glaube ich nicht, weil weiß ich nicht, ob man das dann alles auch wirklich gemacht hätte, wenn man jetzt heutzutage sieht, was dafür ein Aufwand dahinter steht. Es ist schon extrem von der Qualifizierung, die man auch braucht, Qualitätssicherung etc. Es ist schon ein Riesenaufwand für das Thema Eis.

Lukas:

War wahrscheinlich auch viel Produktentwicklung, oder? Also diese Eissorten probieren, rausfinden, was schmeckt den Leuten jetzt gut? Oder habt ihr da schon gedacht, machen wir irgendwas Besonderes? Oder waren so wir machen erstmal die Standard-Eissorten, die die Leute kennen?

Matthias Rothacher:

Also wir waren tatsächlich froh um jedes Sorten, die dann halbwegs gepasst hat am Anfang. Wo man gesagt hat, wow cool. Und wir haben tatsächlich auch Hof-Eis mit normalen Sorten gestartet. Also so Vanille, Schoko, Erdbeer, der Klassiker und das in richtig gut. Und auch beim Sorbet kein Wassereis oder so was, sondern immer sehr hochwertig gefahren. Und immer mit besten Zutaten. Das war schon immer, ist auch heute noch so. Das war immer schon sehr wichtig und auch sehr gut. Und es kam halt extrem gut an. Und das ist ja auch bis heute noch das Schöne, sag ich jetzt mal, dass wenn wir eine neue Sorte ausprobieren oder irgendwie was uns überlegen, dass wir das dann auf dem Mundenhof in die Eisvitrine stellen können und sagen können, hey, hier oder schreiben das an, hier neue Sorte so und so, probiert das mal. Und wir dann relativ schnell sehen, ob das jetzt ein Renner oder Penner ist, dass wir wirklich schnell sehen, wow, cool, krass, läuft extrem gut, kommt gut an. Und wir dann die Sorten erst in den Becher praktisch bringen und nicht irgendwie was wild uns überlegen. Dann anfangen mit produzieren und dann vielleicht im schlimmsten Fall hinterher sehen, oh, schade, das wird gar nicht so gut angenommen. Deswegen ist für das der Mundenhof schon ideal, um zu sehen, was bei den Leuten gut ankommt.

Natascha:

Habt ihr dann alle Sorten, die es jetzt auch bei Black Forest Ice Cream gibt, im Mundenhof vorgetestet? Also ist das quasi so eure Spielwiese?

Matthias Rothacher:

Genau, also es ist tatsächlich so, dass wir da auch Black Forest die Sorten probiert haben. Wir produzieren ja auch jetzt aktuell noch laktosefreies Eis mit unserem Partner Schwarzwaldmilch. Da haben wir jetzt auch eine neue Sorte dieses Jahr, eine neue Salted Caramel. Wir haben da auch ausprobiert und kam auch extrem gut an, wo wir dann gesagt haben, Mensch, super, lasst es doch auch für den Handel produzieren.

Natascha:

Wenn wir uns jetzt Hof-Eis als Marke anschauen und dann eben auch Black Forest Ice Cream, dann sind es ja schon sehr unterschiedliche Marken in der Wahrnehmung, Kommunikation, Design. Wann war für dich so der Punkt, wo du gesagt hast, wir brauchen diese zweite Marke, die einfach anders und lauter ist, um uns durchsetzen zu können? Also was waren da für dich die Auslöser?

Matthias Rothacher:

Einfach ganz normale Gespräche, würde ich sagen, weil die Leute immer gesagt haben, wow, Hof-Eis, mega gute Qualität, qualitativ top, kam extrem gut an am Markt. Aber das erste krasse Erlebnis war dann tatsächlich bei Edeka, die dann gesagt haben, wow, super das Eis, alles okay. Regionaler Touch haben wir gar niemand. Also wir sind jetzt auch aktuell die einzigen und größten in ganz Baden-Württemberg mit unserer Eisproduktion. Und aber der Einkäufer dann gesagt hat, hey, cooles Produkt, aber wir können in unserer Region, zum Beispiel die Edeka Südwest, geht hoch bis nach Frankfurt, in Frankfurt Hof-Eis irgendwie komisch. Und es dann auch immer, wo ich da angefangen habe, sehr viele kleine Nachahmer gibt, sag ich mal, die dann ähnlich hießen oder die dann auch in Stuttgart oder in Karlsruhe oder wo auch immer einen eigenen Hof hatten, sag ich mal, oder eigene Kühe und dann das auch irgendwie Hof-Eis genannt haben oder so eine ähnliche Kombi wie bei uns. Und das dann alles so ein bisschen schwierig war, den Brand dann da nach vorne zu bringen und auch den Brand dann, sag ich jetzt mal, in ganz Baden-Württemberg zu vertreiben oder sogar national oder international. Und da habe ich irgendwann gemerkt, dass Hof-Eis zwar mega cooler Name ist, mega sympathisch ist und auch extrem gut ankommt, aber für den ganz großen Wurf auch nicht qualitativ oder so, das war eigentlich alles perfekt. Außer der Name wurde halt sehr, sehr regional angenommen. Und dann hatte ich schon die ganze Zeit überlegt, Mensch, was kann man da machen oder wie können wir dem entgegengehen, dass wir einfach größer rauskommen, wie dieses Regional, diese Regionalnummer. Und dann war ich zufällig in Miami mit der Familie und bei einer Kunstausstellung auf der Basel Art stand da tatsächlich ein Stand mit Black Forest Gums, so Gummibärchen produziert in London und dann habe ich gedacht, es kann ja nicht sein, wie geht jetzt das? Und da war die Hölle los und ich dachte, krass, das ist eigentlich eine gute Idee. Wir sind ja noch im Schwarzwald, wir produzieren im Schwarzwald und jetzt muss ich hier in die USA fahren, um sowas zu sehen und dann ist mir das Licht aufgegangen, habe ich gedacht, wow, das ist eigentlich eine richtig gute Idee, Black Forest Ice Cream. Und dann hatte ich die Idee und bin da auch total perplex gewesen im ersten Moment, wie cool das auch wäre, weil das ist total stimmig, die Leute assoziieren das frische Milch, Schwarzwald, Natur, Erlebnis, Ausflug, Tourismus, alles was da irgendwie dazugehört, passt in dieses Thema.

Lukas:

Kann man symbolisch halt auch viel machen, die Kuckucksuhr irgendwie mit rein, man kann Bäume irgendwie stilistisch mit einbauen.

Matthias Rothacher:

Genau, und wenn ich dann schon gedacht habe, wenn das jetzt in der USA eben die Leute schon kennen und also voll cool eigentlich, voll krass und dann bin ich eben heimgekommen und habe das alles gecheckt und tatsächlich war alles frei, also der Name war frei, keine Registrierung, Insta war frei, das Markenrecht für das Thema Ice Black Forest war frei und so weiter und so fort. Und dann war ich echt relativ früh happy da damit, dass ich gemerkt habe, wow cool, dass man da den Namen hat und dass wir eben nicht wie die anderen, sondern immer noch auf unserem Regionalbezug halt eben bleiben und die Leute dann checken, was es ist und wo es herkommt. Weil diese Kombi ist einfach eine Sensation, weil Black Forest kennt man überall und Ice Cream kennt man überall und dieses Zusammenspiel von diesen zwei Namen, das war schon einfach auch, ja einfach auch eine gute Idee.

Lukas:

Kann man sich auch gut merken, weil es einfach so zwei Begriffe sind, die man jetzt nicht irgendwie vertauscht, oder ist es jetzt Forest Black oder Black Forest, sondern es einfach schon, es geht einfach gut von der Zunge.

Matthias Rothacher:

Absolut und es ist allein ohne dass man es kennt, sagen die Leute Black Forest Ice Cream wie cool und so, dabei manchmal vielleicht keine Ahnung, kennen sie es gar nicht. Oder ich war jetzt in Bangkok und ja, rede da mit den Einheimischen oder halt mit Leuten dort einfach, ja wo kommt ihr denn her und keine Ahnung und dann haben sie gar nichts gecheckt und dann sagst du irgendwie Black Forest und dann, ah Black Forest und so, also diese Kombi Black Forest und Ice Cream diese Zusammensetzen mit diesem Regional-Touch, das war gefühlt schon eine ganz gute Idee.

Natascha:

Kannst du uns da mal noch ein bisschen in so dem Prozess der Markenentwicklung mitnehmen, weil du hast dann ja mit dem Namen gestartet und dann gibt es ja aber auch verschiedene Ansatzpunkte, also wie baut man diese Marke kommunikativ und im Design auf und ihr seid ja schon, sag ich mal, sehr mutig im Marketing, also es ist alles sehr laut gefühlt von der Verpackung, es ist bunt, es sind große Schriften, ihr macht Wortspiele rein und wenn man jetzt so das Eisregal durchschaut, würde ich sagen okay, das machen vielleicht ja noch Ben & Jerry’s, vielleicht noch andere kleinere Marken, aber die großen, die sind ja, sag ich mal, langweilige Verpackung mit einer Vanilleschote drauf und fertig. Wie habt ihr euch an dieses Branding herangearbeitet und was war dir dabei auch wichtig?

Matthias Rothacher:

Also eben wichtig war diese Differenzierung zu Hof-Eis, also den ersten Hof-Eis-Becher, den habe ich selber entwickelt und war halt mega unprofessionell, aber man wusste es einfach nicht besser, hab dann auch noch auf dem Becher den EAN-Code vergessen und beim ersten Edeka dann, der dann gesagt hat, ja ist ja schön, aber wie krieg ich das jetzt abgerechnet überhaupt und so weiter, also die Anfänge waren ja halt total krass und alles Learning by Doing und man hat dann schon auch viel gelernt, was war jetzt gut in der Vergangenheit, was war nicht so gut, immer war klar, wir müssen auffallen im Regal, weil mit einer normalen Verpackung, sag ich mal, da kannst du jetzt nicht da irgendwie groß rauskommen und habe mich da relativ schnell für eine Agentur auch entschieden, die sich auf das spezialisiert hat, weil ich gewusst habe, dass das muss professionell rüberkommen, das Design muss bunt sein, wie du es eben gesagt hast, muss auffallen, da haben wir extrem viel Geld investiert in diese Agentur, wo wir gesagt haben, ja aber wir haben jetzt einmal diesen Schuss, das jetzt ordentlich und richtig zu machen und von daher hat mir da wirklich eine gute Agentur, die uns da geholfen hat, dieses, das so rauszuarbeiten, wie man es jetzt praktisch sieht. Also wir haben eben mit bunten Farben, mit einem Logo, wo die Leute gleich verstehen, wo schon die Kuckucksuhr integriert ist und so weiter und so fort, das haben wir schon auch eben dank der Agentur, die sich darauf spezialisiert hat, dann von Anfang an gut gemacht und uns einiges kosten lassen. Und diese Differenzierung von Hof-Eis zu Black Forest Ice Cream war uns halt auch immer wichtig, weil wir wollten ja auf gar keinen Fall irgendwie, dass sich das kannibalisiert oder dass die Leute das ja irgendwie falsch verstehen oder was und gibt es jetzt kein Hof-Eis mehr oder gibt es jetzt nur noch Black Forest oder wie ist denn das oder die häufigste Frage ist, wie unterscheidet sich denn das oder ist das das Gleiche oder, oder, oder. Und gestartet sind wir ja mit einer Bio-Variante, Black Forest Ice Cream, alles in Bio, da haben wir aber relativ schnell gemerkt schon nach einer Saison, dass es extrem schwierig ist, weil wir Fruchtmassen zum Beispiel hatten oder sowas, die ja, wo wir eine schlechte Saison hatten, sag ich mal, oder es zu wenig Sonne abgekriegt hat, dann war es geschmacklich, einfach eine Charge war extrem gut, haben gesagt, oh, geiles Eis, nächste Charge vom Bauer oder kam dann, dann gesagt, komisch, schmeckt gar nicht so wie das andere und das haben wir total unterschätzt, dass dieses Bio-Sortiment halt einfach schwierig war von der Produktion her und seit diesem Jahr sind wir jetzt mit sechs neuen Sorten gestartet, also wir haben nicht alle sechs Sorten neu uns ausgedacht, sondern die Sorten, die extrem gut gepasst haben und die davor schon sehr lecker waren und gut gepasst haben, die haben wir jetzt einfach übernommen.

Lukas:

Habt ihr das Bio jetzt wieder aufgegriffen oder war das so am Anfang nicht funktioniert, lass mal komplett weg?

Matthias Rothacher:

Nee, Bio machen wir jetzt gar nicht mehr, weil wir eben den Besuchern oder den Konsumenten viel mehr das ja nicht erklären können, die essen Eis, finden das super, essen einen Monat später wieder ein Eis und haben dieses Geschmackserlebnis im Mund und es muss genau wieder so sein, wie wenn ich in ein Restaurant gehe und hab da gut gegessen, dann will ich auch und hab meine Sache im Kopf und will das genau gern wieder so haben und das konnten wir einfach nicht gewährleisten, dass das so ist anhand von den Inhaltsstoffen, die da einfach drin waren oder nicht drin waren vielmehr und von daher sind wir jetzt richtig happy mit unseren sechs neuen Sorten. Die Differenzierung ist ja auch, dass wir mit Hof-Eis so, ich sag mal, dass es das Familie-mit-Kind-Eis ja auch Monosorten, Vanille, Schoko, Erdbeer, die ganz normalen Klassiker, aber alles mit frischer Weidemilch, frischer Sahne, frischer Joghurt, alles von unserem Partner eben Schwarzwaldmilch, alles eben sehr hochwertig verarbeitet, wenig Luftaufschlag, auch beim Sorbet richtig hoher Fruchtanteil, also qualitativ halt einfach sehr, sehr hochwertig und sehr, sehr gut.

Lukas:

Jetzt habt ihr zwei Marken, da frage ich mich jetzt erstmal, eine Marke zu machen, ist ja schon schwierig genug. Wie ist es bei euch teammäßig, also wie viele seid ihr, sag ich mal?

Matthias Rothacher:

Ja, also diese zwei Marken ist tatsächlich einfach, weil es so entstanden ist und beides gefühlt trotzdem seine Daseinsberechtigung hat. Also Hof-Eis für Familie mit Kind, super, Black Forest Ice Cream mit ein bisschen Schwarzwaldbezug, ein bisschen wilder, ein bisschen ausgefallener, findet natürlich auch seinen Anklang. Und am Anfang kamen dann auch die Leute zu mir und ich sag, hey Matthias, da gibt es jetzt eine in der Region, hast schon gesehen, der macht das so ähnlich wie ihr, Black Forest Ice Cream heißen die und so, muss man mal angucken, das ist auch richtig cool gemacht und so. Da habe ich auch gedacht, oh krass, also selbst Leute, die nah an mir dran sind oder mich kennen, haben das nicht gecheckt oder checken das bis heute nicht, dass das praktisch beides aus der Schwarzwälder Eismanufaktur kommt und beide Marken eben zu uns gehören, deswegen finde ich auch, dass das nach wie vor beides eben seine Daseinsberechtigung hat, aber zu deiner Frage zurückzukommen. Wir haben dadurch, dass wir ja jetzt in Schallstadt, kleines Dörfle, fünf Minuten von Freiburg, hier in der Region kennt man es. Dadurch, dass wir jetzt da richtig eine moderne Anlage haben, sag ich jetzt mal, produzieren wir jeden Tag eine Sorte und stehen uns da auch praktisch mit diesen zwei Marken überhaupt auch gar nicht im Weg, sondern jeder findet da genau das auf, was er eigentlich da Lust hat.

Natascha:

Wenn wir uns jetzt so eure Vermarktungsstrategie mal von außen anschauen, habe ich gesehen, ihr macht wahnsinnig viel auch so Probieraktionen, Events, also ihr seid bei vielen Sachen gefühlt wie mit so einem Sponsoring dabei, dass man einfach mal das Eis in die Hände kriegt und essen kann. Was ist denn so aus deiner Perspektive der wertvollste Marketingkanal für euch? Also ist es wirklich dieses, hey, wir geben den Leuten einfach das Eis und die essen es, finden es gut und danach kaufen sie es? Oder wie habt ihr es auch geschafft, einfach diesen Bekanntheitsgrad zu erreichen?

Matthias Rothacher:

Also gefühlt ist ja Black Forest Ice Cream noch ganz jung, ganz frisch, wie gesagt, mit den sechs Sorten, mit denen wir dieses Jahr, sind wir jetzt das erste Jahr, 26 am Start mit einer Qualität, wo wir mega happy sind und wo wir selber feiern und sagen, wow, richtig gutes Produkt, richtig gute Inhaltsstoffe, einfach so ein Eis, wie es sich auch gehört. Und wenn man mal ins Regal reinguckt, egal wo, dann haben wir einfach von der Rezeptur her, von allem her einfach das beste Eis, was es im Regal gibt. Kann man sich jetzt darüber streiten, was ist das beste Eis, aber von den Inhaltsstoffen, von dem Regionaltouch und sowas schon richtig gut und jetzt geht es halt wirklich darum zu gucken, wo erreiche ich viele Leute, wie kriegen die das mal probiert, wie kriegen die eine Verbindung mit uns aufgebaut, was können wir auch selber leisten, wir sind ja auch ein relativ kleiner Laden, auch wenn das nach außen immer sehr, sehr groß aussieht, wenn man dann eben Kunden hat wie die Deutsche Bahn oder irgendwelche Fluglinien oder, oder, oder. Dann sieht es schon echt auch groß aus, aber im Prinzip sind wir ja trotzdem sehr, sehr klein und deswegen müssen wir gucken, wo haben wir, wie viel Kapazität haben wir, was können wir machen, wo erreichen wir viele Leute, wo erreichen wir unser Zielpublikum jetzt ist ja bald Sea You, da kriegt jeder die tausend ersten Besucher einen Gratis-Eisbecher von uns, damit sie eben uns kennenlernen, damit sie unser Eis mal getestet haben, probiert haben. Wir haben jetzt eben direkt auch eine Listung gekriegt bei verschiedenen Edeka-Regionen, das heißt eben, wir sind jetzt auch direkt hier von Frankfurt bis Lörrach verfügbar an jedem Edeka kartonweise, sodass jeder Markt auch mal nur einen Karton bestellen könnte, rein theoretisch, oder auch in anderen Regionen unterwegs und von daher müssen wir jetzt gucken, dass wir so viel, praktisch die Leute, so viele Leute wie möglich einfach mal einen Touchpoint gewinnen mit unserer Marke und wir da aber sehr drauf achten müssen und gucken müssen, dass wir jetzt nicht alles und überall. Gefühlt könnten wir ja jeden Abend in einem anderen Markt stehen und eine Verköstigung machen, zum einen ist es sehr, sehr teuer, jedes Mal ein Gratisbecher rauszugeben, das ist schon sehr aufwendig und sehr teuer, sehr zeitintensiv und und und. Aber wenn wir jetzt spezielle Dinge haben, eine neue Eröffnung oder ein schlemmer Abend oder ein großes Event oder oder oder, dann schauen wir schon, wenn wir es irgendwie hinkriegen, dass wir dann da dann auch am Start sind und so vielen Leuten wie möglich das publik machen.

Natascha:

Und eben wir hatten jetzt ja gerade von diesen Events, sag ich jetzt mal, wo ihr Präsent seid, was testet ihr denn auch an anderen Marketingkanälen oder Aktivitäten? Also ihr habt ja natürlich auch Social Media, habe ich gesehen, kannst du uns vielleicht da mal so ein bisschen erklären, was ihr auch an Marketingstrategie euch überlegt habt, beziehungsweise wo ihr gerade testet?

Matthias Rothacher:

Also letzte Saison waren wir mal beim Karlsruher SC zum Beispiel, da gab es uns in einem ganzen Stadion, dass man dann mal den Karlsruher Markt dann eben ausprobiert hat oder immer mal so Learning-by-Doing-Dinge, einfach mal Sachen ausprobieren und dann zu gucken, mal hinterher dann auszuwerten, darüber zu sprechen. Mensch, wie war denn das, kam das bei den Leuten gut an, ist es auch, war das jetzt wirklich unsere Zielgruppe auf Social Media, das dann wirklich auch alles immer zu teilen mitzunehmen, verschiedene, wir werden ja eben auch oft angesprochen, wie jetzt heute, wo wir uns dann präsentieren dürfen, wo wir uns natürlich auch immer freuen. Weil eins ist auch klar, wir haben halt nicht diese Budgets wie jetzt ein großer Konzern und da gibt es ja weiß Gott genug in der Eiswelt, von Ferrero bis Unilever bis Nestlé bis wie die alle heißen, das sind alles ganz, ganz große Spieler und wir sind da natürlich in ganz, ganz kleines Licht da dagegen, aber qualitativ vom Namen her, vom Packaging her, auf jeden Fall sehr, sehr attraktiv und viele Einkäufer merkt man auch, dass die einfach mal auch was anderes wollen und nicht immer nur diese Industrie, sondern einfach auch mal was Junges, Frisches, Wildes und da sind sie halt bei uns richtig, deswegen haben wir schon auch unsere Daseinsberechtigung, aber natürlich ohne groß Budget, ohne, es ist halt immer sehr, sehr zeitaufwendig, sehr, sehr intensiv das Ganze und gefühlt, wenn du dann am Wochenende auch noch arbeitest, unter der Woche arbeitest, dann im Sommer gefühlt eh alles zusammenkommt, dann ist natürlich schon ein Riesenaufwand, der immer da dahinter steht, wie ein großes Brand, wo dann halt einfach mal eine Fernsehwerbung raushaut oder eine Plakatierung macht in ganz Deutschland oder, oder, oder und da müssen wir jetzt einfach mal gucken, dass wir budgetmäßig und mit unseren kleinen Hebeln, sag ich mal, die wir haben, das sukzessive dann aufbauen können.

Natascha:

Du hast es gerade selber angesprochen, Eis ist ja schon in der Tendenz eher saisonales Produkt, also klarer Peak im Sommer, bestimmt auch nochmal so um Weihnachten rum als Dessert, vielleicht ein Jahr-Nachfragehoch. Wie geht ihr denn damit um, beziehungsweise wie verteilt sich da auch bei euch die Arbeit, dass es wirklich so, dass ihr eigentlich halt im Sommer euer Hauptding macht und dann der Winter auch ruhiger ist oder ist es eigentlich das ganze Jahr schon Vorbereitung dann für die nächste Sommersaison?

Matthias Rothacher:

Also am Anfang, wenn die Mengen noch nicht so groß sind, ist es natürlich ein Thema, weil du die ganzen Leute praktisch das ganze Jahr einstellen musst. Das ist ja auch das Hauptproblem auch kostentechnisch, dass du dann praktisch kleine Mengen hast, wenn du startest, bis es mal groß wird, bis es mal bekannt wird und so weiter. Das ist ja auch immer das Thema, wenn du eben saisonal und noch wetterabhängig bist, dass du eben diese großen Spitzen irgendwie versuchst abzudecken. Wir haben da auch noch aktuell eins, zwei Ideen da dazu, dass es sich ein bisschen, die Saison sich einfach verlängert. Aber jetzt sind die Mengen tatsächlich auch schon so gestiegen, dass wir dann praktisch jetzt auch die Möglichkeit haben oder nicht nur die Möglichkeit haben, auch das ganze Jahr schon zu produzieren, damit wir diese Spitzen eben im Sommer auffangen können und wir ja auch ein relativ großes Logistikzentrum haben, sage ich jetzt mal mit fast 1000 Palettenplätzen, wo wir dann eben schon vorproduzieren können, wo wir wissen genau, was da kommt auf die neue Saison und so den Winter auch nutzen können, um zu produzieren, damit wir eben im Sommer die Mengen dann auch rausbekommen.

Lukas:

Das ist der Vorteil, wenn es tiefgefroren ist. Wie lang ist Eis so haltbar? Also wenn man das so tiefgefriert?

Matthias Rothacher:

Also dadurch, dass wir jetzt auch das auch der Unterschied von der Produktion her auf Mundenhof haben, wir dann alles Eis gemacht und dann einfach ins Tiefkühlregal gestellt und dann gewartet, bis es halt runtergefroren ist. Jetzt in unserer Eismanufaktur haben wir ein Schockfroster, wo praktisch die Produkte alle durch den Schockfroster durchlaufen und dann passiert auch mikrobiologisch gar nichts mehr. Das heißt, bei minus 40 Grad wird es dann tiefgefroren, das Eis praktisch. Und dann haben wir eine MHD auf unser Produkt vom Produktionstag an zwei Jahre, weil einfach halt wirklich da gar nichts mehr passiert, weder mikrobiologisch noch, dass sich der Geschmack im Tiefkühlbereich dann da verändert. Wir hatten auch schon erste Proben von uns an allerersten Eisversuchen, wo ein paar Jahre her ist, die wir dann nochmal probiert haben, die wir mikrobiologisch untersucht haben. Da verändert sich dann wirklich weder geschmacklich noch biologisch gar nichts mehr.

Lukas:

Du hast gerade eben angesprochen, Thema Deutsche Bahn und Flug, wo ihr drin seid, wie kommt man da zum Beispiel rein, sag ich jetzt mal ganz plump. War das einfach irgendwie Zufall, dass man jemanden kennt, der jemanden kennt oder hat jemand bei der Deutschen Bahn das Eis probiert, dachte, das schmeckt gut, das wollen wir auch in den Zügen haben?

Matthias Rothacher:

Ja, es ist also völlig unterschiedlich. Da gibt es eigentlich alles von bis. Kann mal ein nettes Gespräch sein. Das kann mal irgendwie ein Einkäufer sein, dem wir aufgefallen sind oder auf Social Media oder bei einer Veranstaltung. Also das kann man gar nicht so sagen, sondern ist glaube ich eine Mischung aus allem. Manchmal kommt die auf uns zu und sagen, oh cool, wir finden euer Produkt klasse, wir finden euer Design klasse, der Name, das Gesamtpaket, was es auch immer ist oder sie sagen, Mensch, wir haben jetzt einfach, es passt jetzt viel besser wie irgendein Industrieprodukt oder hier im Schwarzwald oder irgendwo anders, dass man dann einfach sagt, ja, dieses Langnese schmeckt auf der ganzen Welt gleich, wir sind jetzt einfach mal hier, um eben mal was anderes auszuprobieren, mal was anderes zu testen. Und so kann man es eigentlich gar nicht sagen. Wäre ja auch relativ schön, wenn man das immer sagen kann, wie da die ganzen Neukunden kommen, dann würden, glaube ich, alle das machen, aber das ist es nicht, sondern das gefühlte Mix aus allem, wo man es als gar nicht so akut sagen kann. Manchmal ist es einfach nur ein Gespräch und der kennt jemand und sagt, hey, kennst du schon, hast du mal gesehen, das wird doch ganz gut passen und so ist das einfach ein Thema.

Lukas:

Weil das denke ich ganz gut für die Zuhörer, weil das hatten wir auch schon öfter mal als so ein Podcast, was häufig eine Gefahr ist, dass wenn man sagt, okay, wir machen jetzt Google Ads, wir machen Social Media und dann kommen aber nur Kunden über die Google Ads oder so, dass man aber gar nicht nachvollziehen kann, ob jemand vielleicht schon auf Instagram auch mal war und da irgendwie dann Vertrauen aufgebaut hatte, wie auch immer, dass man dann jetzt nicht Instagram abschalten sollte und ich mache nur Google Ads, sondern das es immer so ein Mix aus allem irgendwo ist.

Matthias Rothacher:

Ja, also bei uns ist es auf jeden Fall so, dass es echt ein Mix von allem ist und es gibt glaube ich nicht dieses eine Ding, wo man dann sagen kann, ja genau, machen wir Social Media und das wird dann funktionieren, sondern ich glaube, sind eben auch diese Veranstaltungen, sind Großveranstaltungen, es sind solche Podcasts, es ist alles Mögliche, dass man dann den Podcast hört jetzt auch wieder irgendjemand und sagt dann wow cool wusste ich gar nicht, super Produkt will ich mal probieren, probiert es, findet es gut und dann sind wir hoffentlich im Geschäft.

Natascha:

Ich habe auf eurer Webseite gesehen, also ihr habt ja generell diesen regionalen Schwerpunkt ja eben auch schon im Namen und ihr habt auf der Webseite auch noch pro Eissorte irgendwie eine Partnerstiftung, nenn ich es jetzt mal. Was ist denn da die Idee gewesen, also ist es so eure Art dann auch wieder was zurückzugeben in die Region, sind das Partnerschaften, über die ihr auch dann das Eis vertreibt, wie sind diese zustande gekommen und was bringen die euch aber natürlich dann auch diesen Partnerstiftungen?

Matthias Rothacher:

Es ist völlig unterschiedlich für uns es wichtig, dass es halt hier zum Schwarzwald passt, dass es zur Marke passt, dass die Leute mit denen wir eine Partnerschaft machen, die zu uns passen und wir zu denen haben wir zum Beispiel die Naturparkwirte, wo jetzt in ein paar Wochen auch wieder so Brunch auf dem Bauernhof machen. Passt extrem gut, passt auch extrem gut von der ganzen Nachhaltigkeit und das Thema Schwarzwald, auch höhere Qualitäten in Restaurants und sowas, das fanden wir extrem spannend, extrem gut oder der Bärenpark, wo wir auch extrem lustig und cool fanden, weil das halt auch wir auf einem Becher ein Bär abgebildet haben und die auch super nett und gut organisiert sind und auch eben den ganzen Tieren und Bären da was Gutes tun und die dann aufziehen und da einfach auch sehr nah dran sind, fanden wir auch sehr spannend oder auch mit dem Schwarzwald-Tourismus, was passt besser wie jetzt der Schwarzwald-Tourismus zu uns, wo die dann auch auf uns zukamen und gesagt haben Mensch, wir haben so viele gemeinsame Eckpunkte und so was, lasst doch da gemeinsamer kooperieren oder was Cooles machen und ja, das sind alles so Dinge, wo extrem gut passen und wo wir dann eben gucken wollen. Wir haben ja auch noch ein paar Becher oder wenn ein neuer Becher kommt, suchen wir dann auch wieder da ein Partner dazu, aber alles völlig ungezwungen, also es muss dann einfach passen und dann kann man eben auch den QR-Code auf dem Becher abscannen und dann sieht man da eben auch die Partner, was machen die, was machen wir und wenn das gut matcht, dann ist das gefühlt auch genau der richtige Ansatz und den Schwerpunkt auch hier im Schwarzwald zu lassen.

Natascha:

Du hast vorhin gesagt, vielleicht hört den Podcast ja natürlich dann auch wieder jemand, wo man sagt, ah, das passt gut. Was sind denn Unternehmen oder Partner, wo ihr sagt, hey, das wünscht ihr euch noch, das braucht ihr noch, um quasi auch eure Wachstumswünsche weiterzuführen?

Matthias Rothacher:

Die Frage ist eigentlich gut, weil wir haben gar nicht kein Zielpublikum in dem Sinn, also klar, so junge Leute und so, die finden das alle cool, aber eigentlich das Thema Eis kann ja gegessen werden vom kleinen Kind bis zu Oma bis zum Opa, also von daher ist da überhaupt gar keine Grenze gesetzt und es gibt auch nicht diesen einen Kunden, wo wir sagen, oh cool, den hätten wir jetzt gerne natürlich jeder Kunde, freuen wir uns, wenn er unser Eis gut findet, wenn er das gut findet, was wir machen, wenn er die Qualität schätzt und das einfach versteht, dass das halt ein größerer Aufwand ist, wie das, was die Industrie halt da macht. Dass es regional produziert ist, dass wir kurze Wege haben, dass wir FSC-Papier haben, dass wir ein Holzlöffel im Deckel haben etc. pp., dass das alles wertgeschätzt wird, dass wir mit frischer Weidemilch arbeiten und so weiter und so fort, frische Sahne, frischer Joghurt, dass die Leute das einfach halt checken und das einfach cool finden, probieren und dann haben wir da keinen Wunschkandidaten oder sonst was, sondern wir freuen uns über jeden, der gerne Eis isst und uns dann wiederkauft, weil er das einfach gut findet, was wir machen und es ihm einfach schmeckt. Ich glaube der Geschmack geht über allem, weil klar, ein Eis, wo nicht schmeckt, das ist schwierig und es ist halt einfach eben ein Genussmittel, Sonne scheint, cool, mehr Schwarm, oh, jetzt ein Eis, wäre eine gute Sache. Ich meine gerade jetzt die letzten Tage, wenn man sieht hier um die 40 Grad, ist er schon abnormal, wie heiß es dann ist und wer isst dann nicht gerne Eis? Also ich kenne keinen, der kein Eis mag.

Lukas:

Seid ihr glaube ich gut zukunftssicher.

Matthias Rothacher:

Ja, genau. Also auf der Schiene denke ich, was die Klimaerwärmung angeht, glaube ich schon, dass wir da auf dem richtigen Weg sind.

Natascha:

Wenn du jetzt noch mal ein paar Jahre zurückdenkst, wo ihr so euer ganzes Eis-Thema angefangen habt, nehmen wir jetzt vielleicht mal die Hof-Eis-Zeit einfach noch am Anfang, gibt es etwas, was du da schon gerne gewusst hättest, worauf du dann vielleicht Sachen anders aufgebaut hättest, oder sagst du, alles perfekt gelaufen, wie es war?

Matthias Rothacher:

Also wenn ich das alles wüsste, weiß gar nicht, ob ich jetzt das Thema Eis noch mal aufmachen würde. Ganz viele Fehler gemacht, ganz viel falsch gemacht, ganz viel gelernt, wieder blöde Idee. Eigentlich vielleicht die Idee gut, aber die Umsetzung nicht gut oder plastikfreie Becher, waren wir die Ersten auf dem Markt, dann hat die Siegelfolie nicht richtig gehalten, weil die Industrie einfach nicht so weit war und wir haben gedacht haben, wir müssen jetzt da die Ersten sein oder Versiegelungen aus Papier, die sind dann das erste Mal im Froster gelegen und sind dann wieder aufgegangen und das Eis war dann lose und, und, und da ist ganz, ganz viel passiert in allen Bereichen, wo man sagen kann, mein Gott, gibt es jetzt noch irgendwas, was jetzt uns noch nicht widerfahren ist? Das ist also völlig unnormal, was da alles in der ganzen Zeit passiert ist und wünscht man keinem, freut man sich aber immer wieder, dass man durchgekommen ist, Corona war das gleiche, gerade die Eismanufaktur da fertig gebaut und dann kam sowas, wo man dann gar nicht gewusst hat, was ist denn jetzt, wie geht es denn jetzt weiter oder die Energiekrise, wo wir dann plötzlich Preise hatten, wo wir einen Strom bezahlt haben von 45, 50.000 Euro Stromrechnung im Monat, wo wir davor irgendwie knapp 10 hatten und wo wir dann gesagt haben, was passiert jetzt eigentlich, sind wir jetzt pleite oder machen wir jetzt, produzieren wir weiter, macht das überhaupt alles noch Sinn, wie schnell kriegen wir jetzt den Preis erhöht, damit wir es wieder, kauft dass dann noch einer und, und, und. Also wir hatten gefühlt 1000 Themen in allen Bereichen, bis die richtigen Maschinen gefunden waren, dann war es doch nicht so gut, dann hätten ganz oft zum Maschinenhersteller gefahren, schmeckt das Eis dann überhaupt noch so, ist es dann, wenn es nicht aus der Eismaschine lässt, sondern vielleicht ein bisschen größer produziert, verändert sich dann die Eismasse, verändert sich der Geschmack, muss ich da mehr Zucker zugeben und, und, und. Also das waren 1000 Themen gefühlt, reicht wahrscheinlich nicht mal, also schon extrem, was man da in dieser Zeit alles durcherlebt hat, was man alles bei Learning by Doing gelernt hat, gerade wenn man, wie ich eben Gastronom ist und kein Industrieller oder kein Eisproduzent, Industrieller will ich auch nicht sagen, aber ja kein Eisproduzent ist, also da ist schon war schon eine sportliche Aufgabe.

Natascha:

Vielleicht hört ja jemand zu und sagt, ah, ich liebäugle gerade auch damit, ein Start-up im Bereich Food zu gründen. Hast du da irgendwelche gute Einsteigertipps für diese Leute, also was ist relevant, wenn man in die Foodbranche gehen will?

Matthias Rothacher:

Also ich glaube die Foodbranche ist schon extremer Markt, einfach krass umkämpft, krasser Preiskampf, ist schon gefühlt sehr, sehr schwierig das Ganze und gerade in der heutigen Zeit muss man sich, das bin eigentlich gar kein negativer Typ oder sowas, aber gerade auch in der heutigen Zeit mit den ganzen Gesetzen, mit den ganzen Themen, mit den ganzen Rechtsformen, mit dem, was man sich da wirklich alles ans Bein bindet und in so vielen Bereichen, wo man sich da auskennen muss, von der Hygiene bis zur Qualitätssicherung bis zu den richtigen Leuten, die richtigen Maschinen, der richtige Standort. Vor allem auch das richtige Produkt, schmeckt es auch gut oder ist das einfach nur eine Fantasie oder denk ich nur, dass das jetzt der Markt da drauf gewartet hat oder wollen das wirklich die Leute? Ich habe da und rede ja auch mit ganz vielen Leuten offen oder viele rufen mich an, sag ich, Matthias kannst du mal vorbeikommen, du hast das doch alles schon erlebt und mitgemacht oder kannst du uns da helfen, kannst du uns da helfen, ist schon in der heutigen Zeit wirklich eine krasse Riesenherausforderung, weil diese großen Investitionen halt einfach auch da sind und in der jetzigen Zeit, wo alles so ein bisschen ja eher zurückgehalten ist, ist es nicht so einfach. Also ich glaube der richtige Tipp oder ein Tipp ist es nicht, sondern es ist eine ganze Palette von irgendwelchen Tipps oder Tricks oder ich glaube, man muss sich schon sehr gut auskennen mit dem, was man tut und muss da zu 100 Prozent dahinterstehen, muss halt Vollgas geben, wirklich glaub jeden Tag, morgens, mittags, abends und für die Marke kämpfen, machen, tun, publizieren, mit Leuten sprechen und und und, aber ich glaube, diesen einen Tipp in der Foodbranche, ich glaube, den gibt es nicht.

Natascha:

Wär auch zu einfach wieder wahrscheinlich?

Matthias Rothacher:

Ja, wär zu einfach, dann würde es auch jeder machen und jeder denkt ja auch in seinem Segment, oh ich habe das schwierigste Produkt. Aber ich glaube das sagt jeder, wenn einer keine Ahnung, wo es produziert, sagt es ist so schwierig bei uns, wie im Eis ist es so schwierig, aber jeder hat halt seine Herausforderung und jeder muss da in der heutigen Zeit gucken, dass er da gut klarkommt und dass es funktioniert, aber Food ist schon schon sportlicher, sportlicher Markt.

Natascha:

Jetzt sagen wir machen zum Abschluss vielleicht noch einen kleinen Ausblick oder? Wo will Black Forest Ice Cream denn hin? Also was haben wir so in den nächsten fünf Jahren, sag ich mal, zu erwarten, wenn all deine Träume wahr werden?

Matthias Rothacher:

Ich glaube also aktuell sind wir schon echt krass zufrieden so, ich glaube, dass wir auch gar nicht, also für dieses Jahr hätten wir gar nicht zum mehr annehmen können, also wir sind schon sehr, sehr happy mit unseren mit unseren Listungen, die wir für dieses Jahr gekriegt haben, haben wir auch extrem viel gekriegt, muss man auch sagen, hätten wir so gar nicht mit gerechnet. Ich glaube, dass Black Forest Ice Cream eine große Zukunft hat, ich glaube, dass der Name, das Design, der Geschmack einfach stimmig ist und wir da, also man sieht ja jetzt schon, ja Black Forest, wie weit sowas gehen kann oder wo das überhaupt sein kann. Wir haben auch die ersten Tests jetzt gemacht im Ausland, wo wir da auch gespannt sind, was da auf uns zukommt. Klar, jetzt mit dem Krieg, das ist ja auch wieder so eine Sache, wo man dann auch keiner mitgerechnet hat und plötzlich waren wir dann trotzdem alle irgendwo damit betroffen oder irgendwelche Zulieferer haben sind dann betroffen und du kriegst dann plötzlich keine Becher mehr oder das oder das fehlt, wo du dann denkst, ja was, Iran, ist das so weit weg, aber ist doch irgendwie sind wir alle betroffen. Ich bin selber sehr gespannt, freue mich total, was da passieren wird und ich denke, dass wir da gute Möglichkeiten haben und bleiben am Ball und geben halt da eben Gas mit Veranstaltungen, alles was ich gesagt hatte und freuen uns über jeden Neukunden nach wie vor, sind da mega happy, wenn sie sich für uns entscheiden und für ein Regionalprodukt mit einem guten Qualitätsanspruch und von daher gibt es glaube ich gar nicht so das Ding, wo ich sagen würde, wow krass, dass das mal passiert oder sowas. Also habe ich mich auch eben wie bei der Deutschen Bahn oder sowas total gefreut, ja oder wird es in den Flughafen in Frankfurt oder bei SAP, erste plastikfreie Kantine Europas oder oder oder, ich dann gedacht habe, krass, wir, aber da sieht man mal, was da alles gehen kann und wir sind ja da nur jetzt gerade eben dieses Jahr mit den neuen Geschmäckern, mit den neuen Flavors gestartet, von daher glaube ich, dass wir da noch richtig was vor uns haben und es bleibt spannend und es wird bestimmt noch richtig gut.

Natascha:

Ich habe von dem ganzen Gerede auf jeden Fall jetzt gerade schon Bock auf ein Eis bekommen.

Lukas:

Ich hole heute Abend auch noch eins.

Natascha:

Als Abschlussfrage, welche Sorte ist deine Lieblingssorte, was sollte man nach diesem Podcast auf jeden Fall probieren?

Matthias Rothacher:

Es ist tatsächlich schwierig, es ist halt immer so eine Grundsatzfrage, was hat man lieber, Frauen essen lieber gerne mal Joghurteis, da haben wir Joghurt-Brombeere oder im Sommer bei den Temperaturen, wenn sie irgendwie fast 40 Grad hat, ist man mal lieber mal ein Sorbet, ein Himbeer-fichten Sorbet oder ich finde auch das Schwarzwald und Kirsche lecker, es ist halt ein Milcheis, ja also so immer ein bisschen unterschiedlich, in welche Richtung man da gerade Lust drauf hat. Also ich finde, jetzt gibt auch keinen so einen richtigen, wo man sagt, oh, das ist es, sondern die neuen Sorten sind wirklich echt alle gut. Blueberry Cheesecake mag ich extrem gerne, auch sehr leckere Sorte oder weiße Schokolade, Waldbeer. Also da hab ich tatsächlich keinen so richtigen Favoriten, wo ich sagen werde, wow, das ist es, sondern ist immer so ein bisschen Geschmackssache und Lustsache, auch ein bisschen Temperatursache, wenn es ganz heiß ist, dann lieber vielleicht ein Sorbet und wenn es ein bisschen kühler ist, dann vielleicht ein Milcheis, aber ist total, total unabhängig, also jeder, jeder, wie er Bock hat.

Natascha:

Dann nehmen wir als Challenge mit, bis Jahresende auf jeden Fall alles durchprobieren. Ja, perfekt. Genau, machst du den Deckel drauf, Lukas?

Lukas:

Ja, vielen Dank dir, dass du da warst.

Matthias Rothacher:

Gerne, danke für die Einladung.

Lukas:

Sehr gerne, ich hoffe, die Zuhörer und Zuhörerinnen konnten einiges mitnehmen, vielleicht sprießen jetzt noch ein paar Food-Start-ups aus dem Boden und dann, ja, viel Spaß beim Probieren. Ja, vielen Dank euch.

Natascha:

Ciao, ciao.

Lukas:

Tschüss.

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